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Documenti Diplomatici Svizzeri, vol. 1994, doc. 53
volume linkBern 2025
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| Archivio | Archivio federale svizzero, Berna | |
| Segnatura | CH-BAR#E2010A#2001/161#1673* | |
| Titolo dossier | Allgemeines (1991–1994) | |
| Riferimento archivio | B.15.21 • Componente aggiuntiva: Kirghistan |
| Archivio | Archivio federale svizzero, Berna | |
| Segnatura | CH-BAR#E2010A#2005/342#1937* | |
| Titolo dossier | Allgemeines (1994–1996) | |
| Riferimento archivio | B.15.21 • Componente aggiuntiva: Kirghizistan |
| Archivio | Archivio federale svizzero, Berna | |
| Segnatura | CH-BAR#E2200.309-01#2004/154#5* | |
| Titolo dossier | Allgemeines (1994–1996) | |
| Riferimento archivio | 331.0 • Componente aggiuntiva: Kirgisistan |
| Archivio | Archivio federale svizzero, Berna | |
| Segnatura | CH-BAR#E6100C#2003/394#77* | |
| Titolo dossier | Kirgistan, 1994 (1994–1994) | |
| Riferimento archivio | 972.19 |
| Archivio | Archivio federale svizzero, Berna | |
| Segnatura | CH-BAR#E7115B#2011/88#411* | |
| Titolo dossier | Visites bilatérales / Forum Davos et Montana (1993–1999) | |
| Riferimento archivio | 2/871.2.1.06.3.06.06 |
dodis.ch/62978Gespräche des Vorstehers des EFD, Bundespräsident Stich, mit dem kirgisischen Präsidenten Akajew in Bern1
Besuch am 14.11.1994
Akaev wurde von Bundespräsident Stich zu einem Arbeitsgespräch mit nachfolgendem Mittagessen empfangen. Anschliessend traf sich der kirgisische Präsident mit einer schweizerischen Parlamentarierdelegation unter Leitung von Ständeratspräsident Jagmetti.2 Am Ende des Tages dislozierte die kirg. Delegation nach Genf, womit der offizielle Besuch beendet war. Am Dienstag und Mittwoch trafen sich die Kirgisen mit Vertretern der UNO und verschiedenen UNO-Unterorganisationen sowie Repräsentanten von Stadt und Kanton Genf und Wirtschaftsvertretern.
Trotz der vielfältigen organisatorischen Schwierigkeiten im Vorfeld des Besuchs konnte das Programm in Bern zufriedenstellend durchgeführt werden.3 Bezüglich des Besuchs in Genf erklärte sich die Handelskammer, welche mit der Privatwirtschaft Kontakte geknüpft hatte, ebenfalls befriedigt.
Das Arbeitsgespräch verlief in freundschaftlicher Atmosphäre. Bundespräsident Stich gab seinem kirgisischen Gegenpart umfassend Gelegenheit, sich über die wirtschaftliche und politische Lage in Kirgistan und die Beziehungen zur Schweiz zu äussern.4
Bezüglich der wirtschaftlichen Lage ist Akaev optimistisch. Die Inflation ist stark zurückgegangen und der Som sei die härteste Währung im GUS-Raum. In letzter Zeit habe auch die Industrieproduktion zugenommen.
Die politische Lage sei stabil. Bei dem letzthin durchgeführten Referendum über Verfassungsfragen habe man von Schweizer Erfahrungen profitiert. Das Volk habe zugestimmt, einerseits eine ständig tagende gesetzgebende Kammer zu schaffen und andererseits eine Regionalkammer zu bilden, in der die 20 verschiedenen Ethnien Kirgistans vertreten seien. Die Wahlen am 5. Februar des kommenden Jahres würden demokratisch sein, die KSZE werde den Wahlprozess überwachen. Es gelte, die bisherige «Nomenklaturademokratie» zu überwinden. Die Schweiz sei eingeladen, Wahlbeobachter zu stellen.5
Akaev war voller Lob für die von der Schweiz geleistete Unterstützung, sei dies durch die schweizerische Botschaft in Taschkent, durch die Exekutivratsbüros in Washington oder durch die Zentrale in Bern. Die Schweiz sei ein wichtiger bilateraler Geber.6 Insbesondere erwähnte er die vom SKH geleistete Erdbeben-Nothilfe und ein Spitalprojekt.7 Was in der Zusammenarbeit mit der Schweiz aber noch fehle, seien die vertraglichen Grundlagen. Ein wichtiges Abkommen (über die technische Zusammenarbeit) könne jetzt finalisiert werden, andere wie ein Tourismusabkommen oder ein Investitionsschutzabkommen stünden aber noch aus. Kirgistan habe im Bereich der Goldschürfung, beim Abbau seltener Rohstoffe und bei der Mineralwasserproduktion interessante Investitionsfelder anzubieten.
Akaev wünschte eine Fortführung der schweizerischen Unterstützung, wobei er sich ein vermehrtes Engagement der Schweiz in den Bereichen Umweltschutz/Verhinderung von Naturkatastrophen (v. a. Erdrutsche) und Bekämpfung der Kriminalität/Rechtshilfe wünscht.
In seiner Antwort betonte Bundespräsident Stich die Bedeutung von wirtschaftlichen Abkommen und erklärte die Bereitschaft der zuständigen Stellen, die Anliegen weiterzuverfolgen. Allerdings läge ein Tourismus-Abkommen kaum im Bereich des Möglichen. Ein Aktivwerden im Bereich des Tourismus sei ausschliesslich Sache der Privatwirtschaft.
Im Anschluss an das Gespräch wurde das Abkommen über technische Zusammenarbeit unterzeichnet.8 Dieses soll unter anderem auch die Besteuerung der schweiz. humanitären Hilfe beenden. Bundespräsident Stich wies nochmals auf diese Problematik hin. Nach Aussage des kirg. Aussenhandelsministers9 sollte diese Frage aber definitiv gelöst sein.
In seiner Tischrede10 wies Bundespräsident Stich darauf hin, dass die Schweiz im Rahmen der Bretton Woods-Institutionen und auf bilateraler Basis das Mögliche unternehme, um Kirgistan beim schwierigen Umbau von der Plan- zur Marktwirtschaft zu unterstützen.11 Dass die Hilfe der Schweiz und der multilateralen Gemeinschaft fruchtbar werde, dafür könne aber letztlich nur Kirgistan allein besorgt sein. Dies, indem es die notwendige Stabilität in den makroökonomischen Rahmenbedingungen herstelle und entschieden die notwendigen Strukturreformen durchführe. Dabei sollte versucht werden, die sozialen Lasten der Anpassung auf viele Schultern zu verteilen.
Vereinbarungsgemäss wurde die Thematik Gold in den Gesprächen nicht behandelt.12
- 1
- CH-BAR#E6100C#2003/394#77* (972.19). Diese Aktennotiz wurde von Heinz Kaufmann von der Sektion IWF und internationale Finanzierungsfragen der Eidgenössischen Finanzverwaltung des EFD verfasst und unterzeichnet. Kopien gingen u. a. anderem an den Direktor der Finanzverwaltung, Ulrich Gygi, und an den Delegierten für internationale Währungs- und Finanzfragen, Giovanni Antonio Colombo; im EDA an Urs Bucher von der Politischen Abteilung I, Markus Dürst vom Büro für die Zusammenarbeit mit Ost- und Mitteleuropa (BZO), Walter Thurnherr vom Politischen Sekretariat sowie Lorenzo Amberg von der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe (DEH); Werner Gruber und Leo Ribeli vom Bundesamt für Aussenwirtschaft (BAWI) des EVD; an die schweizerische Botschaft in Taschkent sowie an die Exekutivratbüros vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank.↩
- 2
- Vgl. das Dossier CH-BAR#E1100-02#2004/521#620* (7).↩
- 3
- Vgl. dazu das Fernschreiben des schweizerischen Botschafters in Taschkent, Paul Wipfli, vom 1. November 1994, dodis.ch/66495. Für das Besuchsprogramm vgl. das Dossier CH-BAR#E2010A#2001/161#1673* (B.15.21).↩
- 4
- Vgl. dazu die Notizen von Leo Ribeli von der Sektion Mittel- und osteuropäische Länder, ECE/UNO des BAWI vom 12. September 1994, dodis.ch/69585, und von Walter Thurnherr vom 8. November 1994, dodis.ch/69587. Vgl. ferner die Berichte über die Dienstreisen von Botschafter Wipfli nach Kirgisistan vom April und Mai 1994, dodis.ch/65416 und dodis.ch/65417.↩
- 5
- Zur schweizerischen Beteiligung an den Wahlbeobachtungen in Kirgisistan im Februar 1995 vgl. die Notiz des Chefs der Sektion Friedensfragen des EDA, Viktor Christen, vom 7. März 1995, dodis.ch/69590.↩
- 6
- Vgl. dazu das BR-Prot. Nr. 662 vom 20. April 1994, dodis.ch/67283, sowie die Notizen des Chefs der Sektion Finanzhilfe für GUS-Staaten des BAWI, Jacques Derron, vom 26. Mai 1994, dodis.ch/65419, sowie von dessen Stellvertreter Stéphane Maillard vom 8. November 1994, dodis.ch/65402.↩
- 7
- Vgl. dazu die Notiz von Lorenzo Amberg von der Abteilung Humanitäre Hilfe und Schweizerisches Katastrophenhilfekorps der DEH vom 7. November 1994, dodis.ch/65403.↩
- 8
- Agreement between the Government of the Swiss Confederation and the Government of the Kyrgyz Republic concerning Technical Cooperation vom 14. November 1994, CH-BAR#K1#1000/1480#514* (K1.4452). Vgl. dazu das BR-Prot. Nr. 1858 vom 9. November 1994, dodis.ch/67607, sowie das Schreiben des stv. Generalsekretärs des EDA, Felix Meier, an den Vorsteher des EFD, Bundespräsident Otto Stich, vom 4. November 1994, dodis.ch/69552. Vgl. auch den Überblick über die technische Zusammenarbeit mit Kirgisistan von Markus Dürst, dodis.ch/65401, sowie dessen Berichte über die Kirgisistanmissionen des BZO vom April und November 1994, dodis.ch/65418 bzw. dodis.ch/65398. Allgemein zur Zusammenarbeit der Schweiz mit Ländern Osteuropas vgl. DDS 1994, Dok. 44, dodis.ch/67575.↩
- 10
- Vgl. dodis.ch/65399.↩
- 11
- Vgl. dazu die Berichte zum Konsultativtreffen der Weltbank im Juni 1994 in Paris, dodis.ch/68137, zur Jahresversammlung der Bretton-Woods-Institutionen vom Oktober 1994 in Madrid, DDS 1994, Dok. 43, dodis.ch/68204, Punkt 5, sowie zur BAWI-Mission nach Kirgisistan betreffend Finanzhilfeprogramm im Februar 1995, dodis.ch/69592.↩
- 12
- Zu den kirgisischen Golddepots in der Schweiz vgl. die vorbereitende Notiz von Heinz Kaufmann, dodis.ch/65400, sowie die Zusammenstellung dodis.ch/C2494.↩
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