Language: German
11.11.1942 (Wednesday)
Le Ministre de Suisse à Berlin, H. Frölicher, au Chef du Département politique, M. Pilet-Golaz
Political report (RP)
Entretien avec von Weizsäcker. La Suisse peut se sentir rassurée malgré les développements militaires en France et en Méditerranée. Maintenir les commissions médicales au profit des prisonniers de guerre blessés. Difficultés de l’Afrikakorps.

Classement thématique série 1848–1945:
2. RELATIONS BILATÈRALES
2.1. ALLEMAGNE
2.1.2 RELATIONS POLITIQUES

Également: Entretiens à Berlin avec plusieurs hauts responsables allemands: Albrecht au sujet des visas, Müller au sujet des visas et des informations en rapport avec les demandes de citoyens suisses, des affaires d’espionnage, des associations suisses en Allemagne et allemandes en Suisse. Les réfugiés juifs en Suisse. Visite du camp d’Oranienburg; discussion de la situation des Juifs: la meilleure façon de régler la question juive, c’est de les intégrer et non de les traiter à part. La Suisse ne peut approuver les méthodes étrangères concernant le traitement des Juifs. Entretiens avec Nebe et Zindel au sujet de la Commission de police criminelle internationale. Entretiens avec Schellenberg et von Weizsäcker: questions générales et de presse; discussion avec Woermann au sujet de l’échange de prisonniers de guerre. Annexe de fin 1.1943
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Printed in

Antoine Fleury et a. (ed.)

Diplomatic Documents of Switzerland, vol. 14, doc. 260

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Bern 1997

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dodis.ch/47446
Le Ministre de Suisse à Berlin, H. Frölicher, au Chef du Département politique, M. Pilet-Golaz1

Vertraulich

Herr von Weizsäcker, der gestern bei mir zu Gast war2, äusserte sich dahin, dass die neuen Ereignisse im Mittelmeer keine Gefahr für uns bedeuteten. Wie die Schweiz schon während des Feldzuges gegen Frankreich für Deutschland von Wert gewesen sei, so werde auch jetzt aus ähnlichen Erwägungen unser neutrales Land wieder von Nutzen für Deutschland sein. Nach seiner Meinung sei die Lage der Schweiz gesichert und er halte die Befürchtungen, die man gelegentlich bezüglich der Schweiz zu hören bekomme, für unzutreffend. Unser Land habe eben den Vorteil der Berge, womit er nicht die Leistung seiner Bewohner verkleinern wolle.

Im übrigen sei jetzt vieles im Tun. Das Verhältnis mit Italien und Frankreich werde neu geprüft. - Heute ist nun bekannt geworden, dass die französische Mitttelmeerküste und Korsika von deutschen Truppen besetzt wird.

Der Staatssekretär, den ich nur einen Tag vorher zur Teilnahme an dem Mittagessen für die gemischte Ärztekommission einladen konnte, hatte sofort zugesagt und bei seinem Kommen betonte er, wie wichtig er es für sich erachte, jetzt und im übrigen auch in Zukunft mit der Schweiz die Verbindung aufrecht zu erhalten. Bezüglich der Tätigkeit der Ärztekommission, deren Vorbereitungen für den Austausch der Schwerverwundeten3 bisher ohne praktische Folge blieben, gab er den Rat, trotz der begreiflichen Enttäuschung der betreffenden Herren weiterhin auszuharren und die Tätigkeit fortzusetzen, ein Rat, den ich ebenfalls nur unterstützen kann.

Wie ich auch von anderer Seite noch höre, haben die Besprechungen mit Laval in München stattgefunden. Ferner sagt man mir, dass General Stumme als Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Afrika nicht gefallen, sondern an einem Herzschlag gestorben sei. Der kranke Feldmarschall Rommel müsse jetzt von einem Sanatorium in der Cyrenaika aus die Operationen leiten. Das Afrikakorps verfüge jedoch noch über drei hervorragende Divisionsgeneräle. Man hat hier den Eindruck, dass Afrika aufgegeben werden muss.

1
Rapport politique: E 2300 Berlin/43. Annotation de Pilet-Golaz en tête du document: 12.11.42.
2
De plus, Frölicher avait participé à l’entretien du 4 novembre 1942 entre Rothmund et von Weizsäcker. A ce sujet, cf. le rapport publié en annexe au présent document. Dans son rapport politique à Pilet-Golaz du 21 août 1942, Frölicher précise le contexte politique de cette visite de Rothmund: [.. ./Ferner aber habe ich wieder dieser Tage von massgebender Seite im Auswärtigen Amt erfahren, dass die Linie der deutschen Aussenpolitik gegenüber der Schweiz eine durchaus positive ist. Dies sei nicht nur die Linie der Chefbeamten des Auswärtigen Amtes, sondern des Aussenministers und des Führers. Man sei deshalb auch in der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes bestrebt, die noch bestehenden Schwierigkeiten und Reibungen zu beseitigen. Herr Rothmund soll demnächst nach Berlin eingeladen werden, damit in der Visumfrage ein beidseitig befriedigender Zustand hergestellt werden kann. Man versichert uns, dass die vorgekommenen Spionagefälle gegen die Schweiz ohne Wissen der zuständigen Stellen sich ereignet haben und dass es der Wille des Auswärtigen Amtes sei, dafür zu sorgen, dass dieser Unfug aufhöre. Die politischen Haftfälle sollen durch Austausch aus dem Wege geräumt werden. Auf Veranlassung des Auswärtigen Amtes sei jetzt die Vollstreckung der Todesurteile gegenüber Schweizern sistiert worden. Nachdem die Haftfälle erledigt sind, werde man im Auswärtigen Amt auch daran gehen, bezüglich der « Burri Leute» eine Regelung zu treffen. Aus all dem kann entnommen werden, dass das Auswärtige Amt zurzeit offensichtlich bestrebt ist, die allgemeine Atmosphäre in den deutsch-schweizerischen Beziehungen zu verbessern.[...] (E 2300Berlin/43). Cf. la réponse du DPF du 27 août 1942, E 2001 (D) 3/658.
3
Au sujet des échanges de blessés, cf. E 2001 (D) 2/178-179 et E 2001 (D) 3/474.