Language: German
20.3.1939 (Monday)
Notice du suppléant du Chef de la Division des Affaires étrangères du Département politique, P. A. Feldscher
Memo (No)
Protestation du Chargé d’affaires d’Allemagne à Berne au sujet d’une déclaration d’Adrien Lachenal, Président du Conseil d’Etat de Genève, s’indignant de l’agression allemande contre la Tchécoslovaquie.

Classement thématique série 1848–1945:
II. RELATIONS BILATÉRALES
A. AVEC LES ÉTATS LIMITROPHES
1. Allemagne
1.1. Affaires politiques et militaires
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Printed in

Jean-François Bergier et al. (ed.)

Diplomatic Documents of Switzerland, vol. 13, doc. 46

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Bern 1991

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Cover of DDS, 13

Repository

dodis.ch/46803
Notice du suppléant du Chef de la Division des Affaires étrangères du Département politique, P. A. Feldscher1

In einer Unterredung, um die der deutsche Geschäftsträger von Bibra heute mittags telephonisch dringend gebeten hatte, macht er auf eine Äusserung des Genfer Staatspräsidenten Adrien Lachenal aufmerksam, die im Bericht der Schweizerischen Depeschenagentur über eine Verhandlung des Genfer Grossen Rates wiedergegeben worden ist. In seiner Antwort an Herrn Nicole, der wegen der Vergewaltigung der Tschecho-Slowakei die Einberufung der Völkerbundsversammlung angeregt hatte, habe Herr Lachenal im Namen der Regierung des Kantons Genf eine Erklärung abgegeben, in der \i[nter]Anderem] dem Bedauern über die Vernichtung der so teuer erkauften Freiheiten eines souveränen Staates durch die Anwendung brutaler Gewalt Ausdruck gegeben wird2 «Il déplore, dans un sentiment intense de commisération, l’anéantissement par l’application de la force brutale, des libertés chèrement acquises d’un Etat souverain».

Herr von Bibra betont, dass die deutschen Behörden bisher die Haltung der Schweiz gegenüber den jüngsten Ereignissen als ruhig und zurückhaltend beurteilt hätten und dass es höchst bedauerlich wäre, wenn solche Ausfälle von Seiten der Regierung eines Kantons Anlass dazu geben könnten, diese Beurteilung der Dinge zu ändern. Er würde deshalb grossen Wert darauf legen, nach Berlin berichten zu können, welche Stellung das Politische Departement zu der fraglichen Äusserung einnehme.

Ich erwiedere, dass der gegenüber einer befreundeten Regierung verwendete Ausdruck in der Tat sehr bedauerlich erscheine. Im übrigen käme es nicht der Genfer Regierung zu, in derartigen auswärtigen Angelegenheiten Erklärung abzugeben, sondern das sei Sache der eidgenössischen Behörden3.

Herr von Bibra nimmt diese Bemerkungen zur Kenntnis und erklärt, an das Auswärtige Amt in Berlin telegraphisch einen aufklärenden Bericht abgehen lassen zu wollen, um der ganzen Sache etwas die Spitze zu nehmen4.

1
E 2001 (D) 1/20.
2
Une copie de la réponse de Lachenal à la proposition du député Léon Nicole du 18 mars 1939 est annexée à la présente notice; non reproduite.
3
Cf. annexe.
4
Le 20 mars, le Chef de la DAE du DPF adresse ces documents à G. Motta en écrivant: La lettre ci-jointe[cf. note 1]fait mieux comprendre la situation dans laquelle le gouvernement genevois s’est trouvé. Estimez-vous qu’il faudra lui écrire que la Légation d’Allemagne s’est plainte? Le jour-même, le Chef du DPF répond: Il faudrait avertir M. Lachenal, qui se trouve à Berne, verbalement. Il vaudrait mieux, en effet, s’abstenir de manifestations inutiles.