Language: German
13.3.1900 (Tuesday)
CONSEIL FÉDÉRAL Procès-verbal de la séance du 13.3.1900
Minutes of the Federal Council (PVCF)
Refus d’accorder pour l’instant à la Serbie l’autorisation d’ériger un Consulat général à Genève, la rumeur le destinant à des fins de surveillance des réfugiés politiques serbes en Suisse.


Également: Intervention personnelle en faveur de la création d’un poste de Consul général pour Ch. Bétant. Annexe de 24.4.1900
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Printed in

Yves Collart et al. (ed.)

Diplomatic Documents of Switzerland, vol. 4, doc. 336

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Bern 1994

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dodis.ch/42746
CONSEIL FÉDÉRAL
Procès-verbal de la séance du 13 mars 19001

967. Serbisches Generalkonsulat in Genf

Nach Anhörung eines Berichts des politischen Departements, betreffend die Absicht Serbiens in der Schweiz ein Generalkonsulat zu errichten, wird antragsgemäss der schweizerische Gesandte in Wien, Herr von Claparède, beauftragt, dem serbischen Gesandten in Wien zuhanden seiner Regierung folgendes mitzuteilen:

Der Bundesrat hätte gegen die Person des Herrn Charles Bétant nichts einzuwenden; dagegen bedaure er sehr, dass die vom serbischen Ministerpräsidenten in der Sitzung der Skoupschtina vom 8. Februar abhin abgegebenen Erklärungen2, wonach die Errichtung eines serbischen Generalkonsulats in Genf zu dem Zwecke erfolge, die Umtriebe der dort wohnenden politischen Flüchtlinge gegen Serbien zu überwachen, eine Situation geschaffen haben, die ihm nicht gestatten würde, gegenwärtig die Errichtung einer serbischen Konsularvertretung in Genf zu bewilligen. Diese Äusserungen hätten in der Schweiz Aufsehen erregt, um so mehr als hier von den Umtrieben serbischer Flüchtlinge gegen das Königreich Serbien bis jetzt nichts bemerkt worden sei. Der Schweizerische Bundesrat sei übrigens seiner internationalen Verpflichtungen sich wohl bewusst und würde nicht dulden, dass Fremde vom schweizerischen Boden aus die Sicherheit anderer Staaten bedrohten. Ebensowenig könnte er es dulden, dass fremde Agenten sich auf schweizerischem Gebiete Funktionen anmassten, die ausschliesslich den Landesbehörden zuständen.

Hr. von Claparède möge dem serbischen Gesandten begreiflich machen, dass es sich unter den obwaltenden Umständen empfehle, die Sache bis auf weiteres auf sich beruhen zu lassen.3

1
E 1004 1/200. Absent: J. Zemp.
2
Voici un extrait du discours du Président du Conseil et Ministre des Affaires étrangères de Serbie, N. Gjörgjewitsch: Bezüglich der Errichtung eines General-Consulates in Genf, möchte ich mich nur darauf beschränken zu erwähnen, dass dortselbst allerlei Leute sich bewegen und spazieren gehen, welche es am liebsten hätten, dass der Herr Abgeordnete L. Illic nicht in Nisch in der Skupschtina sitze. Das kleine Opfer, welches für die Erhaltung eines General-Consulates in Genf gebracht wird, ist ein Unterpfand für die Erhaltung der Ruhe und Ordnung im eigenen Vaterlande. Annexe à la lettre de Claparède à Hauser du 9 mars 1900, cf. E 2001 (A) 1535.
3
En annexe au présent document est reproduit une intervention de A. Lachenal, ancien Conseiller fédéral, contre cette décision du Conseil fédéral.