▼▶7 Aufbewahrungsorte
| Archiv | Schweizerisches Bundesarchiv, Bern | |
| Signatur | CH-BAR#E2200.55A#2004/31#299* | |
| Dossiertitel | 50 Jahre Kriegsende (1994–1995) | |
| Aktenzeichen Archiv | 642.0 |
| Archiv | Schweizerisches Bundesarchiv, Bern | |
▼ ▶ Signatur | CH-BAR#E2200.41#2005/18#68* | |
| Alte Signatur | CH-BAR E 2200.41(-)2005/18 12 | |
| Dossiertitel | Armistice et comité de la flamme (1993–1996) | |
| Aktenzeichen Archiv | 064.0 • Zusatzkomponente: Frankreich |
| Archiv | Schweizerisches Bundesarchiv, Bern | |
| Signatur | CH-BAR#J1.346#2013/189#940* | |
| Dossiertitel | Gedanken zum Kriegsende vor 50 Jahren - Bern, 7. Mai 1995 (1995–1995) | |
| Aktenzeichen Archiv | 25 |
| Archiv | Schweizerisches Bundesarchiv, Bern | |
| Signatur | CH-BAR#E2200.168#2004/327#50* | |
| Dossiertitel | Allgemeines (1993–1995) | |
| Aktenzeichen Archiv | 330 |
| Archiv | Schweizerisches Bundesarchiv, Bern | |
| Signatur | CH-BAR#E5004A#2014/94#31* | |
| Dossiertitel | Gedenkfeier zu 50 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg 1995 und Rede des Bundespräsidenten Villiger (1994–1995) | |
| Aktenzeichen Archiv | 005.322-008 |
| Archiv | Schweizerisches Bundesarchiv, Bern | |
| Signatur | CH-BAR#E2850.3#1999/322#6* | |
| Dossiertitel | Reden von BR Cotti, 12.1.1995-20.6.1995 (1-26) ( 1995– 1995) | |
| Aktenzeichen Archiv | 2 |
| Archiv | Schweizer Fernsehen, Zürich |
| Dossiertitel | Auszug aus Integralaufnahme der Gedenkfeier der Vereinigten Bundesversammlung zu 50 Jahren Kriegsende, 07.05.1995. Historische Rede von Bundespräsident Kaspar Villiger. (1995–1995) |
dodis.ch/70433Rede des Vorstehers des EMD, Bundespräsident Kaspar Villiger, vor der Bundesversammlung1
Gedanken zum Kriegsende vor 50 Jahren
Unser Land blieb vom Zweiten Weltkrieg verschont. Das ist Grund zur Dankbarkeit. Andere Völker haben Europa befreit, haben die europäische Kultur gerettet, auch uns eine Zukunft in Freiheit ermöglicht. Das ist Grund zur Bescheidenheit. Unser Land hat in höchst bedrohter Lage zur Erhaltung seiner Unabhängigkeit, seiner Werte und seiner Unversehrtheit das Menschenmögliche geleistet. Das ist Grund zum Respekt vor der Leistung jener Generation. Auch unser Volk musste Opfer bringen, aber ungleich weniger als jene Völker, welche in den Krieg verwickelt wurden. Das ist Grund zur Zurückhaltung. Und auch die Schweiz hat nicht durchwegs so gehandelt, wie es ihren Idealen entsprochen hätte. Das ist Grund zur Nachdenklichkeit.
Dankbarkeit, Bescheidenheit, Respekt, Zurückhaltung, Nachdenklichkeit: Diese Werte sollen die heutige Gedenkfeier prägen. Es geht weder um falsche Glorifizierung noch um Selbstanklage, weder um Heldenkult noch Schuldzuweisungen.
Wir wollen uns erinnern an die Millionen, die als Soldaten fielen oder als unschuldige Zivilisten im Bombenhagel umkamen. Wir wollen uns erinnern an die Millionen Juden, Entrechteten, Behinderten und politisch Verfolgten, die von den Nationalsozialisten misshandelt und ermordet wurden. Es ist wichtig, dass wir niemals vergessen, was damals geschah. Denn es gilt, Lehren zu ziehen, damit Vergleichbares nicht mehr geschehen kann.
Der Aufstieg und die Machtentfaltung des Nationalsozialismus in Deutschland sind letztlich rational nicht begreifbar. Noch immer erfasst uns das Grauen darüber, zu was Menschen unter besonderen Umständen fähig sind. Im wirtschaftlich und politisch zerrütteten Deutschland, das sich nach Versailles auch gedemütigt fühlte, fand eine rassistische Führer- und Machtideologie einen fruchtbaren Nährboden, eine Ideologie, welche Wohlstand, Macht und Selbstbewusstsein versprach und welche mit ungeheuerlichen Rassismustheorien erst noch die Sündenböcke für alles Ungemach bezeichnete.
Die Anfangsleistungen des neuen Machtstaates beeindruckten und blendeten die Massen. Die Arbeitslosigkeit verschwand, Ruhe und Ordnung wurden erzwungen. Nach Kriegsbeginn wurde Land um Land von einer hochmodernen Militärmaschinerie unterworfen. Aber die Menschheit hatte dafür einen grauenhaften Preis zu entrichten. Niemand, weder in Deutschland selber noch später in der internationalen Politik, trat den schrecklichen Entwicklungen früh genug mit dem nötigen Nachdruck entgegen. Als unausweichlich wurde, dass man Hitler mit dem Einsatz aller Kräfte entgegentreten musste, leisteten die Alliierten einen mehrjährigen Kraftakt zur Zerschlagung des Diktators. Es war ein totaler Einsatz für Humanität, Freiheit, Demokratie und Kultur. Wir wollen dafür dankbar sein.
Die Schweiz wurde durch die Achsenmächte in mehrfacher Hinsicht bedroht. Der totalitäre Staatsgedanke widersprach diametral unseren demokratischen und humanitären Idealen. Rassenideologie und Volkstumsgedanke waren mit der Grundidee des mehrsprachigen und multikulturellen Kleinstaats unvereinbar. Die gewaltige Militärmacht wurde zur direkten und zeitweise sehr konkreten militärischen Bedrohung. Gleichzeitig wurde die Schweiz wirtschaftlich von Deutschland abhängig. Nach dem Sieg Deutschlands im Westen und dem Kriegseintritt Italiens waren wir von einer einzigen Kriegspartei eingeschlossen. Deutschland wurde zur Hegemonialmacht Europas. Alle unsere aussenwirtschaftlichen Verbindungen liefen durch ein scharf kontrolliertes Gebiet. Das Überleben des Kleinstaates Schweiz war nur möglich durch eine punktuelle Zusammenarbeit mit dem potentiellen Feind und durch umsichtiges, manchmal wohl zu umsichtiges Vermeiden von Provokationen.
Die Ziele der schweizerischen Politik in diesen Jahren lagen auf der Hand: Wirtschaftliches Überleben, Verschontwerden vor Krieg durch bewaffnete Neutralität, Bewahrung von Demokratie und Rechtsstaat, Resistenz gegen die zersetzende Ideologie. Gemessen an diesen Zielen war diese Politik erfolgreich. Mit der Anbauschlacht wurde die Ernährung der Bevölkerung gesichert. Die schwierigen Verhandlungen mit dem übermächtigen Nachbarn wurden so hart wie möglich geführt und ermöglichten lebensnotwendige Einfuhren. Die Neutralität konnte trotz unvermeidbaren zeitweiligen Abstrichen einigermassen durchgehalten werden. Deutschland hatte Respekt vor unserem befestigten Gelände, in welchem sich eine verteidigungswillige Armee unter General Guisan zum Abwehrkampf eingerichtet hatte. Für die Verteidigung schlecht vorbereitete neutrale Länder wie Dänemark und Norwegen wurden gnadenlos überfallen, obwohl sie strategisch für Deutschland nicht von erstrangiger Bedeutung waren. Für einen Angriff auf die Schweiz hingegen wäre der Eintritts- und Präsenzpreis hoch gewesen. Die Annahme, auch eine Schweiz ohne glaubwürdige Armee wäre verschont geblieben, ist naiv. Unsere Verteidigungsbereitschaft war eine notwendige, aber wohl nicht hinreichende Bedingung. Das Überleben der Schweiz wurde also möglich durch eine Vielzahl von militärischen und nichtmilitärischen Massnahmen, durch ein innen-, aussen-, wirtschafts- und militärpolitisches Abwehrdispositiv, durch eine komplexe Mischung von Anpassung und Widerstand.
Das Überleben der Schweiz hatte eine über das Land hinausweisende Bedeutung. Unsere Demokratie blieb ein unangenehmer Stachel im unterworfenen Europa, der letzte Stützpunkt politischer Freiheit. Die Schweiz wurde durch ihre sogenannte Schutzmachttätigkeit so etwas wie eine Weltagentur zur Interessenwahrung von mehr als 40 Staaten. Es war dies eine einzigartige Leistung im Dienste der Völkergemeinschaft.
Die grosse Mehrheit des Volkes erwies sich als politisch immun gegen die Verlockungen der neuen Ideologie. Mit jedem neuen Schock, den Hitler verursachte, rückte das Volk noch enger zusammen. Die geistig-moralische Widerstandsfähigkeit der eingeschlossenen Schweiz gegen totalitäre Versuchungen im eigenen Land war und ist eine grossartige kollektive Leistung unseres Volkes. Sie wird durch eine kleine fröntlerische Minderheit, die anders dachte, nicht in Frage gestellt. Unter dem damaligen Druck entstand jene eindrückliche politische Gemeinschaftsleistung bürgerlicher und linker Kräfte, aus der heraus eine neue Kultur der politischen Verständigung erwuchs. Es ist die Konkordanz, welche noch heute trotz Anfechtungen eine wichtige integrierende Wirkung entfaltet.
Natürlich machte die Schweiz Konzessionen. Wie anders hätte sie überleben sollen? Bis etwa 1940 lieferte die Schweiz Kriegsmaterial fast ausschliesslich an England und Frankreich. Nach den Siegen Hitlers musste Deutschland mit Kriegsmaterial beliefert werden. Bekannt ist auch, dass die Schweiz Deutschland im Lauf des Krieges hohe Kredite zu gewähren hatte. Weniger bekannt ist, dass den Alliierten Kredite in ähnlicher Höhe gewährt worden sind. Es ging darum, den Zugang zu Beschaffungs- und Absatzmärkten zu erhalten, ohne eine Kriegspartei einseitig zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Ohne Konzessionen gegenüber den Achsenmächten war das nicht möglich. Das gilt unabhängig davon, ob jede einzelne Konzession wirklich «nötig» gewesen wäre. Die Sorge unserer Wirtschaftsdiplomatie war stets nur Sicherstellung der Versorgung, nie die geldgierige Kollaboration.
Im Innern wurden aufgrund des äusseren Drucks Einschränkungen erlassen: Obwohl die Meinungsfreiheit nach wie vor ein Pfeiler unseres Demokratieverständnisses blieb, versuchte man mit einer Pressezensur die Medien zu domestizieren, um Deutschland nicht zu reizen. Dass die Schweizer Presse trotzdem kein Blatt vor den Mund nahm, gereicht ihr zur Ehre.
Man mag diese Konzessionen kritisieren. Aber man möge sich dabei vor Augen halten, dass eine existentielle Bedrohung und eine dauernde Unsicherheit über das künftige Schicksal das Bewusstsein jener Zeit prägten. Und auch die Kritiker müssen die Antwort auf die Frage letztlich schuldig bleiben, ob und wie die Schweiz auf andere Art hätte überleben können.
Wer 50 Jahre später, nachdem er den Verlauf der Geschichte kennt, das Handeln der damals Verantwortlichen kritisch bewertet, muss sich vor Besserwisserei, Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit hüten. Glorifizierung ist nicht am Platz. Aber Verdammung aus sicherer Warte ist ebenso unangebracht.
Trotz allem Verständnis für die schwierigen Umstände dürfen wir die Augen vor der Tatsache nicht verschliessen, dass auch die Schweiz Schuld auf sich geladen hat. Man mag sich die Frage stellen, ob man nicht da und dort etwas gar beflissen dem schrecklichen Nachbarn wohlgefällig sein wollte.
Niemand weiss heute aber, wie er selber gehandelt hätte, wenn er damit rechnen musste, dass sein Handeln die Schweiz in den Untergang hätte treiben können. Der Grat zwischen Staatsraison und Hochhalten der eigenen Werte war oftmals schmal. Niemand weiss auch, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn anders gehandelt worden wäre. Es gab das Grossartige, Mutige, Eindrückliche so gut wie das Kleinmütige, Hartherzige, Anpasserische, und es gab viel dazwischen. Das alles dürfen wir aus unserem Geschichtsbild nicht verdrängen. Aber insgesamt überwog ganz entschieden die positive Leistung einer Generation, der wir zu Dank verpflichtet sind.
Ich will aber nicht verhehlen, dass es einen Bereich gab, der sich aus heutiger Sicht der Rechtfertigung durch irgendwelche «äusseren Umstände» entzieht. Es geht um jene vielen Juden, denen durch die Zurückweisung an der Schweizer Grenze der sichere Tod wartete. War das Boot wirklich voll? Hätte der Schweiz der Untergang gedroht, wenn sie sich deutlich stärker für Verfolgte geöffnet hätte, als sie dies getan hat? Haben auch bei dieser Frage antisemitische Gefühle in unserem Land mitgespielt? Haben wir den Verfolgten und Entrechteten gegenüber immer das Menschenmögliche getan?
Es steht für mich ausser Zweifel, dass wir mit unserer Politik gegenüber den verfolgten Juden Schuld auf uns geladen haben. Die Angst vor Deutschland, die Furcht vor Überfremdung durch Massenimmigration und die Sorge um politischen Auftrieb für einen auch hierzulande existierenden Antisemitismus wogen manchmal stärker als unsere Asyltradition, als unsere humanitären Ideale. Schwierige Zielkonflikte wurden auch überängstlich zu Lasten der Humanität gelöst. Mit der Einführung des sogenannten Judenstempels kam Deutschland einem Anliegen der Schweiz entgegen. Dieser Stempel wurde im Oktober 1938 von der Schweiz gebilligt. Wir haben damals im allzu eng verstandenen Landesinteresse eine falsche Wahl getroffen.
Der Bundesrat bedauert das zutiefst, und er entschuldigt sich dafür, im Wissen darum, dass solches Versagen letztlich unentschuldbar ist.
Wohl alle, die damals Verantwortung für unser Land trugen, richteten ihr Handeln nur nach dem Wohl des Landes aus, wie sie es empfanden und sahen. Sie heute an den Pranger zu stellen, wäre ungerecht, wäre wohl auch selbstgerecht. Wir wollen uns deshalb nicht zum Richter aufschwingen.
Wir können uns nur still verneigen vor jenen, die unseretwegen Leid und Gefangenschaft erlitten oder gar den Tod fanden, können uns auch verneigen vor ihren Angehörigen und Nachkommen.
Ich weiss, dass man all das nicht einfach mit positiven Leistungen verrechnen kann. Wenn ich trotzdem erwähne, dass die Schweiz für kürzere oder längere Zeit annähernd 300 000 schutzsuchende Ausländer beherbergte, also auch Leben in grosser Zahl retten half, so ist das ganz einfach auch Teil der geschichtlichen Wahrheit. Deshalb will ich auch nicht unterschlagen, dass es viele Schweizerinnen und Schweizer gab, die unter bewusster Inkaufnahme persönlicher Konsequenzen Tausende von jüdischen Flüchtlingen retten halfen. Einige von ihnen wurden dafür sogar bestraft. Sie orientierten sich an ethischen Werten, die später Grundlage des internationalen und des schweizerischen Rechts im Asylbereich geworden sind. Wir können Jahre danach Urteile, die aus heutiger Sicht unverständlich scheinen, nicht mehr korrigieren. Aber wir können den Betroffenen jene moralische Anerkennung verschaffen, die ihnen gebührt. Wir können froh und dankbar sein, dass es solch mutige Menschen damals gegeben hat.
Die Geschichte wiederholt sich nicht. Deshalb kann es fragwürdig sein, Lehren aus einer besonderen geschichtlichen Situation zu ziehen. Lassen Sie mich trotzdem den Versuch wagen!
Die bipolare Ordnung nach dem Krieg hat die Welt gespalten. Teile Europas und Asiens wurden dem Joch diktatorialer Hegemonie unterworfen. Befreier wurden zu Unterdrückern. Wiederum brachte eine aggressive Ideologie Leid in einen Teil der Welt. Das war der falsche Weg. Aber selbst wenn der Sowjetkommunismus nun glücklicherweise kläglich in sich zusammenfiel, werden die Schockwellen seines Zerfalls der Welt noch lange grosse Probleme aufgeben.
Die Hoffnung nach dem Krieg ruhte auf einem andern Weg, jenem der internationalen Zusammenarbeit und der europäischen Integration. An der Wiege der europäischen Integration stand nicht primär eine wirtschaftliche, sondern eine sicherheitspolitische Idee. Durch ein wirtschaftliches und politisches Zusammenwachsen der ehemals verfeindeten Völker wollte man ein für allemal verhindern, dass sich ein gleiches Unheil nochmals wiederholen kann.
Heute, nach fünfzig Jahren, lässt sich feststellen, dass diese Idee beispiellos erfolgreich war. Und zwar nicht nur für die direkt beteiligten Staaten, die Frieden, Freiheit, Demokratie und Wohlstand erreichten, sondern auch für die Stabilität des ganzen Kontinents. Es ist nicht auszudenken, zu was die gegenwärtigen Balkanwirren hätten führen können, wenn die grossen Länder Europas noch nationale Mächte im alten Sinne gewesen wären. Die Erfahrung der europäischen Integration zeigt, dass Demokratie, Wohlstand, soziale Gerechtigkeit und Achtung der Menschenrechte Garanten für Frieden und Stabilität sind, dass sie die Völker auch gegen ideologische Verführungen immunisieren.
Zur Durchsetzung dieser Werte sind noch grosse Anstrengungen zu leisten. Diese Anstrengungen werden nicht immer von Erfolg gekrönt sein. Aber die unerträgliche Tatsache, dass auch heute täglich zahllose Menschen in vielen Konflikten sterben, dass auch heute täglich Menschen misshandelt und ermordet werden – diese Tatsache belegt, dass es zu diesen Anstrengungen keine Alternative gibt.
Auch unserem Land ist die Aufgabe gestellt, zum Durchbruch dieser Werte beizutragen. Wir sind dazu geradezu prädestiniert. Unsere Willensnation beruht ja gerade auf identitätsbildenden Werten wie Demokratie, Achtung von Minderheiten und der Einbindung des Volkes in die politische Verantwortung. Wie immer wir unser Verhältnis etwa zur Europäischen Union oder zur UNO politisch gestalten werden, eines ist sicher: Das Verschontsein vom Krieg auferlegt uns die besondere moralische Verpflichtung, unseren Beitrag dazu zu leisten, dass nicht mehr geschehen kann, was im Umfeld des Zweiten Weltkriegs geschehen ist. Auch wir sind gefordert. Das gebietet sowohl die Solidarität mit Europa und der Welt, als auch unser nationales Eigeninteresse.
Die Erfahrung dieses Jahrhunderts zeigt noch ein weiteres: Dass zur Stabilität beiträgt, wer sein eigenes Haus in Ordnung hält und niemandem zur Last fällt. Dazu gehört auch eine angemessene Verteidigungsbereitschaft. Friede und Stabilität sind Güter, die nicht einfach gegeben sind, sondern die sorgfältig gepflegt und erhalten werden müssen. Das erfordert auch Anstrengungen bei sich selbst.
Und weiter zeigt die Geschichte, dass ideologischen, rassistischen und machtpolitischen Fehlentwicklungen von Anfang an mutig und entschieden entgegengetreten werden muss. Wer vor solchen Fehlentwicklungen die Augen schliesst und zuwartet, betreibt das Geschäft des Unrechts und provoziert die Katastrophe. Diese Mahnung immer in Erinnerung zu behalten, ist die Verpflichtung, die uns die heutige Gedenkfeier auferlegt.
Und schliesslich ein letztes: Weimar hat gezeigt, dass auch eine Demokratie nicht gesichert ist, wenn der Konsens über die grundlegenden gesellschaftlichen Werte verloren geht. Eine Demokratie bedarf der ständigen, sorgsamen Pflege, des Dialogs statt der gehässigen Feindschaft, der Offenheit für das Gemeinwohl statt der egoistischen Verabsolutierung von Eigeninteressen. Und Demokratie funktioniert nur, wenn die vom Volk gewollten und legitimierten Institutionen geachtet werden.
Zum Schluss möchte ich danken.
Zuerst haben wir jenen Menschen und Völkern zu danken, die für den Frieden gekämpft haben und mit ihrem Leben für ein freies und demokratisches Europa eingestanden sind.
Und zweitens müssen wir jenen Frauen und Männern danken, die in unserem Land, in Zivil oder in Uniform, am Arbeitsplatz, in der Familie oder an der Grenze, in schwieriger Zeit viel für unser Land und seine Zukunft geleistet haben. In einer Zeit der grössten Gefahr wurden sie zusammengeschweisst, durch den Willen zur Gemeinschaft. Auch das sollte uns in einer ganz anderen Zeit mit ganz anderen Problemen Vorbild sein!
- 1
- CH-BAR#J1.346#2013/189#940* (25). Diese Rede wurde vom Vorsteher des EMD, Bundespräsident Kaspar Villiger, am 7. Mai anlässlich der Sondersession zum 50. Jahrestag des Kriegsendes vor der Bundesversammlung gehalten. Zur Organisation der Sondersession vgl. das BR-Prot. Nr. 541 vom 5. April 1995, dodis.ch/74599. Für eine Disposition der Rede, verfasst von den persönlichen Mitarbeitern Bundespräsident Villigers, Kenneth Angst und Daniel Eckmann, sowie dem stv. Generalsekretär des EMD, Bernhard Marfurt, vgl. dodis.ch/73421. Die Rede wurde auf Deutsch verfasst und ins Französische sowie ins Italienische übersetzt, vgl. das Faksimile dodis.ch/70433. Für die tatsächlich gehaltene, dreisprachige Rede vor dem Parlament vgl. dodis.ch/70376. Zur Diskussion einzelner Teile der Rede in der Bundesratssitzung vom 3. Mai 1995 vgl. DDS 1995, Dok. 27, dodis.ch/70371.↩
dodis.ch/70433Discours du Chef du DMF, le Président de la Confédération Kaspar Villiger devant les Chambres fédérales1
Réflexions à l’occasion du 50ème anniversaire de la fin de la Guerre
Notre pays a été épargné par la Seconde Guerre mondiale. Sachons en être reconnaissants. D’autres peuples ont libéré l’Europe; d’autres peuples ont sauvé la culture européenne, nous assurant ainsi un avenir dans la liberté. C’est pourquoi montrons-nous donc modestes. Menacé au plus haut degré, notre pays a accompli tout ce qui était humainement possible pour préserver son indépendance, ses valeurs et son intégrité. C’est pourquoi montrons notre respect à la génération d’alors. Notre peuple a également été amené à faire des sacrifices, mais sans comparaison avec ceux des peuples qui ont vécu la guerre. C’est pourquoi sachons faire preuve de discrétion. Et la Suisse non plus n’a pas toujours suivi ce que lui dictaient ses idéaux. C’est pourquoi nous devons réfléchir.
Reconnaissance, modestie, respect, discrétion, réflexion: Voilà des valeurs qui sont destinées à marquer la commémoration de ce jour. Loin de nous l’idée de nous glorifier faussement, de nous auto-accuser, ou encore de nous ériger en héros ou de nous attribuer des erreurs.
Nous devons aujourd’hui nous souvenir des millions de soldats qui sont tombés sur les champs de bataille et des millions de civils innocents tués par les bombes. Nous devons aujourd’hui nous souvenir des millions de juifs, de personnes dépossédées de leurs droits, de handicapés et de dissidents pourchassés pour leurs idées politiques victimes des sévices et des assassinats commis par les nazis. Nous ne devons jamais oublier que cela s’est produit: c’est capital. Il y a donc lieu d’en retirer certains enseignements afin que jamais plus quelque chose de semblable ne puisse se reproduire.
La naissance ainsi que la montée du national-socialisme en Allemagne échappent à toute explication rationnelle. Nous sommes encore sous le coup de l’horreur qui nous saisit devant ce que l’être humain est capable de commettre en certaines circonstances. Une idéologie fondée sur la puissance, sur la domination et sur le racisme trouvait un terrain fertile dans une Allemagne économiquement et politiquement ébranlée, dans une Allemagne qui se sentait humiliée par le Traité de Versailles. Promettant bien-être, puissance et prestige, et se servant de théories raciales monstrueuses, cette idéologie s’attachait à montrer du doigt des boucs émissaires, chargés injustement des maux qui frappaient l’Allemagne.
Au début, le nouvel appareil d’État sut impressionner et subjuguer les masses. Le chômage disparut; l’ordre et le calme furent rétablis par la force. Puis, durant la guerre, d’autres pays d’Europe furent mis sous la tutelle de cet appareil idéologique hautement militarisé et sophistiqué. Et le prix payé par l’humanité fut effroyable.
En fait, personne, que ce soit en Allemagne ou, par la suite, dans les sphères de la politique internationale, ne s’opposa suffisamment tôt et avec l’énergie nécessaire aux terrifiantes machinations de Hitler. Lorsque les Alliés furent contraints de lui faire barrage, ils durent mettre en œuvre tous les moyens disponibles et, pour l’abattre, engager une épreuve de force de plusieurs années. Ce fut un engagement total pour I’humanité, la liberté, la démocratie et la culture. Sachons en être reconnaissants.
Les puissances de l’Axe firent peser de multiples menaces sur la Suisse. Le système totalitaire qu’elles prônaient était en complète contradiction avec nos idéaux démocratiques et humanitaires. Une idéologie, fondée sur des thèses raciales, et un nationalisme exacerbé étaient inconciliables avec le multilinguisme et le multiculturalisme de notre petit État. L’énorme puissance militaire de l’Axe devint une menace concrète, parfois même très concrète.
Mais la Suisse tomba sous la dépendance économique de l’Allemagne. Après la victoire de cette dernière à l’Ouest, suivie de l’entrée en guerre de l’Italie, notre pays se trouva encerclé par un seul belligérant. L’Allemagne régnait sans partage sur l’Europe, une Europe asservie, à travers laquelle passaient tous nos liens économiques avec l’extérieur. Le petit État qu’était la Suisse ne dut sa survie qu’à une coopération ponctuelle avec l’ennemi potentiel ainsi qu’à la circonspection - quelquefois surfaite - dont usa notre gouvernement pour éviter toute provocation.
Durant ces années sombres, les objectifs politiques de la Suisse étaient évidents: assurer la survie économique, épargner la guerre à notre pays par le biais de la neutralité armée, sauvegarder la démocratie et l’État de droit, résister à une idéologie insidieuse. Cette politique fut couronnée de succès dans la mesure où elle permit d’atteindre ces objectifs. Les mesures que prit la Suisse en faveur de son agriculture permirent d’assurer I’approvisionnement de la population. Les négociations difficiles avec notre puissant voisin furent empreintes de fermeté et assurèrent ainsi les importations nécessaires à notre existence. Dans ses grandes lignes, et malgré des concessions inévitables auxquelles nous dûmes consentir périodiquement, notre neutralité put être préservée. L’Allemagne montra du respect envers le renforcement de notre territoire sur lequel s’était déployée notre armée commandée par le Général Guisan et fermement décidée à se défendre. Des pays neutres - peu préparés à la défense - tels que le Danemark et la Norvège furent envahis sans pitié bien qu’ils n’aient pas été de première importance pour l’Allemagne, stratégiquement parlant. En revanche, le prix à payer pour une attaque contre la Suisse et pour une occupation de celle-ci aurait été élevé. Il paraît donc naïf de croire qu’une Suisse dotée d’une armée peu crédible aurait également été épargnée. Notre préparation militaire était un critère indispensable, mais insuffisant à lui seul. Nous devons en l’occurrence notre survie à une gamme de mesures militaires et non militaires, à un dispositif politico-militaire intérieur, extérieur et économique ainsi qu’à une combinaison complexe d’adaptations et de résistance. La survie de la Suisse fut ressentie comme un élément important au-delà de nos frontières. Notre démocratie constituait une île dans cette Europe asservie et le dernier bastion de liberté politique. En raison de son rôle de «puissance protectrice», la Suisse devint, en quelque sorte, une agence mondiale assurant les intérêts de plus de 40 États. Ce fut une action tout à fait particulière au service de la communauté internationale.
La grande majorité de notre population se montra également insensible aux menées du nazisme. Chaque fois que Hitler portait un coup, notre peuple renforçait sa cohésion. La capacité de résistance morale et spirituelle que la Suisse encerclée manifesta envers les agissements inspirés par l’idéologie totalitaire sur notre propre territoire a été et reste encore une performance collective grandiose de notre peuple. Elle n’a jamais été remise en question par la petite minorité frontiste. Les pressions exercées sur notre pays suscitèrent un élan commun impressionnant, des forces bourgeoises et des forces de gauche, insufflant un esprit de conciliation politique. C’est cette concordance qui, malgré les attaques qu’elle subit aujourd’hui, joue un rôle d’intégration si capital.
Il va sans dire que la Suisse fut amenée à faire des concessions. Comment aurait-elle pu survivre autrement? Jusque vers 1940, la Suisse livra du matériel militaire presque exclusivement à l’Angleterre et à la France. Dans la foulée des victoires remportées par Hitler, l’Allemagne dut être approvisionnée en matériel de guerre. Nous n’ignorons pas que la Suisse fut appelée à accorder à l’Allemagne d’importants crédits durant les hostilités. Il est toutefois moins connu que les Alliés ont également bénéficié des mêmes appuis financiers. Il importait en substance de nous assurer l’accès aux marchés d’approvisionnement ainsi qu’aux débouchés, sans avantager ou porter préjudice à l’un des belligérants. En l’absence de concessions de notre part envers les puissances de l’Axe, nos démarches auraient été vaines, indépendamment du fait de savoir si chaque concession était vraiment «nécessaire». Le souci constant de notre diplomatie au plan économique consistait à assurer notre approvisionnement, sans jamais viser un profit pécuniaire.
Des pressions extérieures aboutirent à la mise en œuvre de restrictions au plan intérieur. Même si la liberté d’opinion demeurait le pilier de notre pensée démocratique, des tentatives destinées à instaurer une censure des moyens d’information virent le jour pour ne pas irriter l’Allemagne. Le fait que la presse suisse n’y alla pas par quatre chemins est tout à son honneur.
Quand bien même ces concessions sont susceptibles d’être dénoncées, il convient toutefois de savoir qu’à cette époque les esprits étaient obnubilés par les menaces existentielles proprement dites et un avenir incertain. Comment la Suisse aurait-elle pu survivre autrement et de quelle manière? Laissons en dernier lieu aux détracteurs le soin de répondre à la question.
La personne qui, 50 ans après, connaissant le cours de l’histoire, jette un regard critique sur le comportement des responsables d’alors, doit se garder d’émettre un jugement empreint de pédanterie, d’hypocrisie et de présomption. Toute démarche visant à nous glorifier serait erronée; toute condamnation fondée sur notre sensibilité actuelle le serait également.
Même si nous nous appliquons à comprendre les circonstances difficiles d’alors, nous ne pouvons ignorer le fait que la Suisse, elle aussi, a commis des erreurs. Il y a lieu de se demander si l’on n’entendait pas, à certains moments et par zèle, se montrer complaisant envers cet encombrant voisin.
Mais qui sait aujourd’hui comment il aurait lui-même agi, conscient que sa démarche aurait pu entraîner la Suisse dans l’abîme? L’écart séparant la raison d’État et la sauvegarde de nos propres valeurs fut souvent mince. Personne ne sait également quel cours l’histoire aurait pris si l’on avait agi différemment. Que choisir? Le grandiose, la vaillance et l’éloquence? Le pusillanimité, la dureté et l’opportunisme? Et entre les deux, un large spectre. Ces dilemmes ne doivent pas être évacués de notre histoire. Mais en définitive, ce qui prévalut sans détours ce fut l’attitude positive d’une génération à qui va toute notre reconnaissance.
A l’heure actuelle, il y a un sujet que les «circonstances extérieures» qui prévalaient à l’époque ne nous permettent pas de justifier. Il s’agit en substance des nombreux Juifs qu’attendaient une mort certaine après qu’ils furent refoulés à la frontière suisse. La barque était-elle vraiment pleine? La Suisse aurait-elle été menacée de sombrer si elle s’était engagée davantage qu’elle ne l’a fait en faveur des persécutés? Des sentiments antisémites ont-ils à ce propos joué un rôle dans notre pays? Avons-nous toujours fait tout ce qui était possible en faveur des persécutés et des bannis?
Il est pour moi hors de doute que la politique pratiquée par le peuple et par le Parlement à l’égard des Juifs nous fait porter une grande part de responsabilité. L’Allemagne faisait peur. On craignait qu’une immigration massive n’alimente une surpopulation étrangère. On appréhendait une poussée politique de l’antisémitisme qui existait aussi dans notre pays. Toutes ces inquiétudes pesèrent parfois dans la balance bien plus que notre tradition d’asile et nos principes humanitaires. De pénibles conflits d’intérêts, dans le sillage de peurs démesurées, furent aussi réglés au détriment de I’humanité. Le timbre «Juif» fut une concession, une concession contraire à ses objectifs, que la Suisse fit à l’Allemagne.
Ce timbre, la Suisse l’a approuvé en 1938. Nous avons autrefois fait le mauvais choix au nom d’un intérêt national pris dans son sens le plus étroit.
Le Conseil fédéral regrette profondément cette erreur et tient à s’en excuser, tout en restant conscient que pareille aberration est en dernier lieu inexcusable.
Tous ceux qui jadis ont assumé la responsabilité de notre pays ont en substance focalisé leur démarche sur le bien du pays tel qu’ils le concevaient à travers leurs sentiments et leur vision des choses. Ce serait à la fois injuste et hypocrite aujourd’hui de les clouer au pilori. C’est pourquoi nous n’entendons par nous ériger en justiciers.
Nous ne pouvons que nous incliner silencieusement devant ceux que nous avons entraînés dans la souffrance et dans la captivité, voire dans la mort. Nous ne pouvons que nous incliner devant les membres de leurs familles et leurs descendants. Je sais que rien ne peut racheter une pareille erreur, pas même des actions bénéfiques. Si je rappelle que la Suisse a accueilli, pour des périodes plus ou moins longues, quelque 300’000 étrangers cherchant protection, en d’autres termes qu’elle a contribué à sauver bon nombre de vies humaines, c’est qu’il s’agit purement et simplement d’un élément de vérité historique. Je ne veux pas non plus passer sous silence le fait que de nombreux citoyens et citoyennes suisses ont contribué à sauver des milliers de réfugiés juifs, n’ignorant pas les conséquences qu’ils en subiraient au plan personnel. Quelques-uns furent même condamnés pour cela! Ces personnes furent guidées par des valeurs éthiques qui constituèrent par la suite les bases des droits d’asile international et suisse. De nombreuses années après, nous ne pouvons plus corriger des jugements qui paraissent inconcevables à notre époque. Mais nous pouvons accorder aux personnes concernées la reconnaissance morale qui leur revient. Nous pouvons à la fois être heureux et reconnaissants que cette époque ait connu des personnes courageuses.
L’histoire ne se répète pas. C’est pourquoi il peut sembler inadéquat de vouloir tirer des enseignements d’un contexte historique particulier. Laissez-moi toutefois tenter cette expérience!
L’ordre bipolaire qui a succédé à la guerre a scindé le monde. Des parties de l’Europe et de l’Asie ont été placées sous le joug d’une hégémonie dictatoriale. Les libérateurs se firent oppresseurs. Une idéologie agressive causa à nouveau des souffrances atroces dans une partie du monde. La voie choisie n’était pas la bonne. Même si le communisme soviétique, heureusement, s’effondra pitoyablement, les retombées de sa chute vont placer le monde devant d’importants problèmes, pour longtemps encore.
L’espoir issu du conflit reposait sur une autre voie, à savoir celle de la collaboration internationale et de l’intégration européenne. Cette dernière n’a pas été engendrée, dans un premier temps, par une démarche économique, mais bien par la politique de sécurité. En rapprochant, sur le double plan économique et politique, les peuples ennemis d’alors, on espérait, une fois pour toutes, empêcher que se répète pareil malheur.
Aujourd’hui, cinquante ans s’étant écoulés, il y a lieu de constater que pareille thèse fut un succès sans pareil non seulement pour les États directement concernés qui accédèrent à la paix, à la liberté, à la démocratie et au bien-être, mais aussi pour la stabilité du continent entier. Nul n’ose penser à quoi auraient pu conduire les désordres que connaissent actuellement les Balkans si les grands pays d’Europe étaient restés des puissances nationales au sens où on l’entendait alors. Les enseignements que I’on tire de l’intégration européenne montrent que démocratie, bien-être, justice sociale et respect des droits de l’homme sont des garanties de paix et de stabilité d’une part, et qu’ils immunisent les peuples contre les manipulations idéologiques d’autre part.
Des efforts importants sont encore nécessaires pour nous imprégner de ces valeurs. Ces efforts ne seront pas toujours couronnés de succès. Mais c’est une réalité insupportable, qu’aujourd’hui encore quantité d’êtres humains meurent dans de nombreux conflits, qu’aujourd’hui aussi, quotidiennement, des êtres humains sont maltraités et assassinés - cette réalité justifie qu’il n’y ait pas d’alternative à ces efforts. Notre pays, lui aussi, a le devoir de contribuer à mettre en œuvre ces valeurs. Nous sommes même prédestinés. Par sa volonté, notre pays sait s’inspirer des valeurs comme la démocratie, le respect des minorités et l’intégration de sa population à la responsabilité politique. C’est à travers ces valeurs qu’il a la conscience d’exister. Quelle que soit l’attitude que nous adopterons au plan politique à l’égard de l’Union européenne ou de l’ONU, une chose est sûre: le fait d’avoir été épargnés par le conflit, nous place devant l’obligation morale d’agir pour que ce qui s’est passé au cours de la Seconde Guerre mondiale ne puisse plus jamais se reproduire. Nous sommes aussi amenés à agir d’une part pour une solidarité avec l’Europe et le monde et, d’autre part, dans notre propre intérêt national.
Un autre élément vient encore s’ajouter aux enseignements que nous fournit ce siècle: on contribue à la stabilité en maintenant l’ordre chez soi, sans tomber à la charge de qui que ce soit. À quoi il convient d’ajouter une préparation militaire adéquate. La paix et la stabilité ne sont pas simplement des biens qui nous sont donnés, mais en substance un patrimoine dont il faut prendre soin et qu’il faut sauvegarder. Cela ne va pas sans efforts de notre part.
L’histoire nous montre en outre que toute politique dénaturée par des critères raciaux ou idéologiques doit être combattue à sa source, avec courage et détermination. Celui qui ignore pareille évolution et qui adopte un comportement passif, engendre l’injustice et provoque la catastrophe. Garder cet avertissement à l’esprit en permanence, voilà l’engagement auquel nous invite la commémoration d’aujourd’hui.
Encore un dernier mot. Weimar a montré que même la démocratie n’est nullement acquise si le consensus qui régit les valeurs fondamentales de notre société s’éteint. Une démocratie nécessite une attention permanente et méticuleuse, le dialogue au lieu d’une animosité haineuse, l’ouverture vers le bien-être communautaire au lieu d’un retranchement égoïste derrière des intérêts purement personnels. La démocratie ne peut fonctionner que si les institutions voulues et reconnues par le peuple sont respectées.
Avant de terminer, je voudrais dire merci.
D’abord, il nous appartient de remercier les hommes et les nations. Il nous appartient de remercier ceux qui se sont battus pour la paix et qui ont engagé leur vie pour une Europe libre et démocratique.
Ensuite, nous entendons remercier les femmes et les hommes de ce pays qui, dans des conditions difficiles, ont beaucoup donné pour notre peuple et son avenir, que ce soit en civil ou en uniforme, à leur lieu de travail, au sein de la famille ou à la frontière. À l’époque des plus grands périls, ils se sont sentis solidaires de l’esprit communautaire. Sachons nous en souvenir en ces moments où nous affrontons d’autres temps et d’autres problèmes!
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- CH-BAR#J1.346#2013/189#940* (25). Ce discours est prononcé par le Chef du DMF, le Président de la Confédération Kaspar Villiger, le 7 mai 1995 devant l'Assemblée fédérale, à l’occasion de la session extraordinaire consacrée au 50ème anniversaire de la fin de la Seconde Guerre mondiale. Concernant l’organisation de cette session extraordinaire, cf. le procès-verbal du Conseil fédéral No 541 du 5 avril 1995, dodis.ch/74599. Pour une ébauche du discours rédigée par les Collaborateurs personnels du Président de la Confédération Villiger, respectivement Kenneth Angst et Daniel Eckmann, ainsi que par le Secrétaire général adjoint du DMF, Bernhard Marfurt, cf. dodis.ch/73421. Le discours est rédigé en allemand et traduit en français et en italien, cf. le facsimilé dodis.ch/70433. Pour le discours trilingue effectivement prononcé devant le Parlement, cf. dodis.ch/70376. Pour la discussion de certaines parties du discours lors de la séance du Conseil fédéral du 3 mai, cf. DDS 1995, doc. 27, dodis.ch/70371.↩
dodis.ch/70433Discorso del capo del DMF, il Presidente della Confederazione Kaspar Villiger, davanti alle Camere federali1
Considerazioni espresse in occasione del 50.mo della fine della guerra
Il nostro Paese è stato risparmiato dalla Seconda guerra mondiale. È un motivo di gratitudine. Altri popoli hanno liberato l’Europa, altri popoli hanno salvato la cultura europea, permettendo anche a noi un avvenire nella libertà. È un motivo di modestia. In una situazione di gravissima minaccia, il nostro Paese ha fatto tutto quanto era umanamente possibile per preservare la sua indipendenza, i suoi valori e la sua integrità. È un motivo di rispetto per l’operato della generazione di allora. Anche la nostra popolazione ha fatto sacrifici, ma senza paragone con quelli dei popoli coinvolti nella guerra. È un motivo di riserbo. Inoltre, neppure la Svizzera ha sempre agito come avrebbero richiesto i suoi ideali. È un motivo di riflessione.
Gratitudine, modestia, rispetto, riserbo, riflessione. Questi valori devono caratterizzare l’odierna commemorazione. Non si tratta né di trionfalismo fuori luogo, né di autoaccusa, né di culto degli eroi o di attribuzione di colpe.
Vogliamo ricordare i milioni di soldati caduti e i milioni di civili innocenti che trovarono la morte nei bombardamenti. Vogliamo ricordare i milioni di ebrei, di diseredati, di disabili e di perseguitati politici maltrattati e assassinati dai nazionalsocialisti. Per noi è importante non dimenticare mai quanto accadde allora, affinché nulla di simile possa ripetersi in avvenire.
L’avvento e l’espansione del nazionalsocialismo in Germania, in ultima analisi, sono razionalmente inspiegabili. Siamo ancora sconvolti dall’orrore di fronte a quanto l’essere umano si dimostra capace in determinate circostanze. In una Germania economicamente e politicamente logorata, che si sentiva anche umiliata dal Trattato di Versailles, trovò terreno favorevole un’ideologia dittatoriale e egemonica, un’ideologia che prometteva benessere, potenza e fierezza e che, servendosi di teorie razziste mostruose, additava anche i capri espiatori di tutti i mali.
I risultati iniziali di questo nuovo stato autoritario impressionarono e accecarono le masse. La disoccupazione scomparve; l’ordine e la calma furono imposti. Con l’inizio della guerra, un paese dopo l’altro furono rapidamente piegati da una modernissima potenza militare. Ma il prezzo che l’umanità dovette pagare fu terribile. Nessuno, né in Germania né più tardi sul piano politico internazionale, si oppose sufficientemente presto e con la necessaria energia a questi tragici sviluppi. Quando apparve inevitabile che Hitler doveva essere affrontato con tutti i mezzi disponibili, gli Alleati si impegnarono per anni in una prova di forza per abbattere il dittatore. Fu un impegno totale per l’umanità, la libertà, la democrazia e la cultura. Noi vogliamo esserne riconoscenti.
La Svizzera fu minacciata dalle Potenze dell’Asse sotto molteplici aspetti. L’ideologia totalitaria era diammetralmente opposta ai nostri ideali democratici e umanitari. L’ideologia razzista e il nazionalismo erano inconciliabili con i principi del nostro piccolo Stato plurilingue e multiculturale. L’enorme potenza militare divenne una minaccia diretta e in certi momenti molto tangibile. Nel contempo, la Svizzera diventò economicamente dipendente dalla Germania. Dopo la vittoria di quest’ultima all’ovest e l’entrata in guerra dell’Italia, il nostro Paese si trovò circondato da un unico belligerante. La Germania diventò la potenza egemone in Europa. Tutte le nostre relazioni economiche esterne dovevano passare attraverso una zona fortemente controllata. La sopravvivenza della piccola Confederazione Svizzera fu possibile solo grazie alla cooperazione puntuale con il nemico potenziale e la circospezione, talvolta eccessiva, per evitare provocazioni.
Gli obiettivi della politica svizzera erano chiari: sopravvivere economicamente, risparmiare la guerra al Paese mediante la neutralità armata, salvaguardare la democrazia e lo stato di diritto, resistere a un’ideologia disgregante. In rapporto a simili obiettivi, la politica di allora fu coronata dal successo: il «Piano Wahlen» permise di nutrire la popolazione; i difficili negoziati con il potente vicino furono condotti con la maggior fermezza possibile e ci garantirono importazioni di vitale importanza. La neutralità poté essere in certo qual modo preservata, malgrado inevitabili concessioni temporanee. La Germania mostrò rispetto verso il nostro territorio fortificato, dove, agli ordini del generale Guisan, era spiegato un esercito fermamente deciso a difendersi. Paesi neutrali quali la Danimarca e la Norvegia, mal preparati alla difesa, furono invasi senza pietà pur non essendo obiettivi strategici di primaria importanza per la Germania. Per contro, nel caso di un attacco contro la Svizzera, il prezzo da pagare per entrare e rimanervi sarebbe stato elevato. L’ipotesi secondo cui anche una Svizzera senza esercito credibile sarebbe stata risparmiata è ingenua. Il nostro assetto difensivo era una condizione indispensabile, ma non sufficiente. La sopravvivenza del Paese fu possibile grazie a una serie di misure di carattere militare e non militare, grazie a un dispositivo difensivo interno, esterno, economico e politico-militare così come a una combinazione complessa di adeguamento e di resistenza.
La sopravvivenza della Svizzera ebbe un’importanza simbolica anche al di là delle nostre frontiere e la nostra democrazia, quale ultimo rifugio di libertà politica, rimase una spiacevole spina in un’Europa sottomessa. Con la sua cosiddetta attività di potenza protettrice, la Svizzera diventò una sorta di agenzia mondiale per la tutela degli interessi di oltre 40 Stati e diede un contributo peculiare alla comunità internazionale.
La grande maggioranza della popolazione si mostrò politicamente immune agli allettamenti della nuova ideologia. Ogni nuovo urto dato da Hitler rafforzava la nuova coesione interna. La resistenza morale della Svizzera, accerchiata, nei confronti di tentazioni totalitarie è stata e rimane una prestazione collettiva grandiosa del nostro popolo e delle sue autorità e la piccola minoranza frontista di altra opinione non fu mai in grado di scalfirla. Sotto la pressione di quegli eventi, emerse la forte coesione politica delle forze borghesi e della sinistra, da cui ebbe origine una nuova cultura d’intesa politica. È la concordanza che ancora oggi, malgrado le critiche, ha un importante effetto d’integrazione.
Naturalmente, la Svizzera fece concessioni. Come avrebbe potuto sopravvivere altrimenti? Fin verso il 1940, la Svizzera fornì materiale bellico quasi esclusivamente all’Inghilterra e alla Francia. Dopo le vittorie di Hitler, la Germania dovette essere approvvigionata con materiale bellico. È noto anche che la Svizzera, nel corso del conflitto, dovette accordare alla Germania importanti crediti; meno noto è che agli Alleati sono stati concessi crediti altrettanto consistenti. Si trattava di mantenere l’accesso ai mercati d’approvvigionamento e agli sbocchi commerciali, senza favorire o svantaggiare alcun belligerante. Senza concessioni alle Potenze dell’Asse, ciò non sarebbe stato possibile, indipendentemente dal fatto di sapere se ogni singola concessione era effettivamente «necessaria». La preoccupazione costante della nostra diplomazia economica consisteva soltanto nell’assicurare il nostro approvvigionamento, mai in una ricerca di profitto.
Le pressioni esterne determinarono restrizioni all’interno: anche se la libertà d’opinione rimase un pilastro della nostra concezione democratica, si tentò di addomesticare i mezzi d’informazione mediante la censura, per non irritare la Germania. Il fatto che ciononostante la stampa svizzera si espresse apertamente va tutto a suo onore.
Queste concessioni sono criticabili, tuttavia occorre considerare che a quel tempo gli animi erano preoccupati dalle difficoltà di sussitenza e da un futuro incerto. In ultima analisi, anche i critici lasciano aperta la domanda se e come la Svizzera avrebbe potuto sopravvivere diversamente.
Chi, cinquant’anni dopo, conoscendo il corso della storia, valuta criticamente il comportamento dei responsabili di allora, deve guardarsi dalla saccenterìa, dalla presunzione e dalla superbia. È fuori posto glorificare, ma è altrettanto inappropriato condannare basandosi sulla nostra attuale situazione.
Malgrado tutta la comprensione per le circostanze difficili di allora, non possiamo ignorare che anche la Svizzera si è macchiata di colpe. Ci si può chiedere se non si è voluto, in certi momenti e per zelo, essere troppo compiacenti nei confronti del terribile vicino.
Tuttavia, oggi nessuno sa come avrebbe agito personalmente, se avesse dovuto tener conto che il suo comportamento poteva trascinare la Svizzera nell’abisso. Il divario tra ragion di stato e salvaguardia dei propri valori fu spesso sottile. Nessuno può conoscere il corso che la Storia avrebbe preso se si fosse agito diversamente. Vi furono la grandiosità, il coraggio, l’imponenza così come la pusillanimità, la durezza e l’opportunismo e tra essi molto altro. Tutto questo non deve essere rimosso dalla nostra storia. In complesso, prevalse però decisamente l’operato positivo di una generazione alla quale dobbiamo la nostra riconoscenza.
Non voglio però nascondere che, dal punto di vista odierno, esiste un fatto che si sottrae alla giustificazione di qualunque «circostanza estrema». Si tratta di quei molti Ebrei che, respinti alla frontiera svizzera, andarono incontro a morte certa. La barca era veramente piena? La Svizzera avrebbe rischiato la rovina se si fosse aperta maggiormente ai perseguitati rispetto a quanto fece? In questa tragedia hanno avuto un ruolo anche sentimenti antisemiti presenti nel nostro Paese? Abbiamo sempre fatto tutto ciò che era umanamente possibile per i perseguitati e i diseredati?
È per me fuori di dubbio che a causa della nostra politica ci siamo fatti carico di colpe nei confronti degli Ebrei perseguitati. La paura ispirata dalla Germania, il timore di un inforestieramento dovuto a migrazioni in massa e la preoccupazione di spinte politiche a un antisemitismo già esistente, pesarono talvolta più della nostra tradizione di terra d’asilo, dei nostri ideali umanitari. Gravi conflitti d’obiettivi furono risolti, per eccessivo timore, anche a scapito dei principi umanitari. Con l’introduzione del cosidetto timbro «Ebreo», la Germania venne incontro a una richiesta svizzera. Questo timbro è stato approvato nell’ottobre 1938 dalla Svizzera. Allora, per un’interpretazione troppo rigida dell’interesse nazionale, abbiamo fatto una scelta sbagliata.
Il Consiglio federale se ne rammarica profondamente e se ne scusa, pur cosciente che un simile errore, in definitiva, non è scusabile.
Tutti coloro che a quell’epoca avevano responsabilità per il nostro Paese ebbero come fine esclusivo il bene della nazione, quale essi lo concepivano e vedevano. Porli oggi sul banco degli imputati sarebbe ingiusto e anche presuntuoso. Per questa ragione, non intendiamo erigerci a giudici.
Possiamo soltanto inchinarci silenziosamente davanti a coloro che, per causa nostra, hanno patito sofferenze e prigionìa o addirittura trovato la morte ; possiamo chinarci davanti ai loro congiunti e discendenti.
So che tutto questo non può essere semplicemente riscattato da prestazioni positive. Se ciò nonostante ricordo che la Svizzera accolse per un periodo più o meno lungo circa 300 000 stranieri in cerca di protezione e che contribuì a salvare un gran numero di vite umane, ricordo soltanto una parte della verità storica. Non voglio neppure sottacere che molte Svizzere e molti Svizzeri contribuirono a salvare migliaia di profughi ebrei assumendosi il rischio di conseguenze personali. Alcuni di loro furono addirittura puniti per questo, ma seguirono valori etici che più tardi sono diventati fondamenti del diritto internazionale e svizzero d’asilo. Trascorsi tutti questi anni, non possiamo più correggere sentenze che ai nostri giorni sembrano incomprensibili, possiamo però offrire alle persone interessate il riconoscimento morale che è loro dovuto. Possiamo essere lieti e riconoscenti che vi furono persone tanto coraggiose.
La Storia non si ripete. Può sembrare dunque discutibile voler trarre insegnamenti da una situazione storica particolare. Permettetemi però di tentare!
Il bipolarismo successivo alla guerra ha diviso il mondo. Parte dell’Europa e dell’Asia sono state poste sotto il giogo di un’egemonia dittatoriale. I liberatori divennero oppressori e un’ideologia aggressiva portò nuovamente sofferenze in una parte del mondo. Fu certamente la strada sbagliata, ma anche se il comunismo sovietico, per fortuna, si è miseramente dissolto, le ripercussioni della sua caduta si faranno sentire ancora per molto tempo in tutto il mondo.
Le speranze nate con la fine della guerra guardavano in un’altra direzione, quella della cooperazione internazionale e dell’integrazione europea. All’origine di quest’ultima non vi era primariamente un’idea economica ma di politica di sicurezza. Con l’integrazione economica e politica di stati un tempo nemici, si voleva infatti impedire una volta per tutte il ripetersi di una simile catastrofe.
Oggi, cinquant’anni dopo, bisogna constatare che quest’idea ha avuto un successo senza pari non soltanto per gli stati direttamente interessati, che entrarono in un’epoca di pace, libertà, democrazia e benessere, ma anche per la stabilità di tutto il continente. Nessuno può immaginare le conseguenze possibili degli attuali scontri nei Balcani se i maggiori paesi europei fossero rimasti delle potenze nazionali nel vecchio senso della parola. Le esperienze dell’integrazione europea mostrano che democrazia, benessere, giustizia sociale e rispetto dei diritti umani sono le migliori garanzie per la pace e la stabilità e rendono immuni i popoli dalle tentazioni ideologiche.
Per imporre questi valori, devono ancora essere compiuti grandi sforzi, che non sempre sono coronati da successo. È una realità insopportabile che oggi ancora una moltitudine di esseri umani muoiono in molti conflitti e che attualmente, quotidianamente, esseri umani sono maltrattati e assassinati. Questa realtà prova che non ci sono alternative a questi sforzi.
Anche il nostro Paese ha il compito di contribuire all’affermazione di questi valori. Ne siamo addirittura predestinati. Il nostro Paese si ispira a valori quali la democrazia, il rispetto delle minoranze e il coinvolgimento della sua popolazione nella responsabilità politica; sono questi valori che formano la sua identità. Qualunque sarà il nostro rapporto politico con l’Unione europea o l’ONU, una cosa è certa: essere stati risparmiati dalla guerra ci pone davanti al particolare dovere di operare affinché non possa più ripetersi ciò che è accaduto con il Secondo conflitto mondiale. Anche noi siamo chiamati a impegnarci. Lo esigono sia la solidarietà con l’Europa e il mondo, sia il nostro interesse nazionale.
La storia di questo secolo ci mostra anche altro: contribuisce alla stabilità chi mantiene l’ordine nella propria dimora e non diventa un onere per altri. A ciò occorre aggiungere anche un’adeguata preparazione alla difesa. La pace e la stabilità non sono semplicemente beni che ci sono stati dati, bensì un patrimonio da curare e preservare. E per farlo sono necessari gli sforzi degli stessi interessati. La Storia ci mostra pure che deviazioni ideologiche, razziste ed egemoniche vanno combattute dall’inizio, con coraggio e determinazione. Chi ignora queste deviazioni e chiude gli occhi passivamente, favorisce l’ingiustizia e provoca la catastrofe. Ricordarsi sempre di questo monito è il dovere che ci impone l’odierna commemorazione.
Infine, un’ultima osservazione: la Repubblica di Weimar ha dimostrato che una democrazia non è per nulla sicura se va perso il consenso sui valori sociali fondamentali. Una democrazia ha bisogno di attenzione permanente e meticolosa, del dialogo invece dell’animosità, d’apertura verso il benessere comune invece dell’egoistica assolutizzazione degli interessi individuali. La democrazia funziona unicamente quando le istituzioni volute e legittimate dal popolo vengono rispettate.
Per concludere, desidero esprimere un ringraziamento.
Anzitutto dobbiamo ringraziare le persone e i popoli che hanno lottato per la pace e sacrificato la loro vita per un’Europa libera e democratica.
Dobbiamo poi ringraziare le donne e gli uomini del nostro Paese che, in momenti difficili, in civile o in uniforme, sul lavoro, in famiglia o lungo i confini hanno dato molto per la Svizzera e il suo avvenire. In un momento di estremo pericolo sono stati uniti dalla volontà di essere una comunità. In un’epoca completamente diversa e con problemi di tutt’altro genere, questo dovrebbe esserci d’esempio!
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- CH-BAR#J1.346#2013/189#940* (25). Questo discorso fu pronunciato dal Capo del DMF, il Presidente della Confederazione Kaspar Villiger, il 7 maggio 1995 davanti alle Camere federali in occasione della sessione speciale dedicata al 50° anniversario della fine della Seconda guerra mondiale. Per l'organizzazione della sessione speciale cf. il verbale del Consiglio federale No 541 del 5 aprile 1995, dodis.ch/74599. Per una prima bozza del discorso, redatta dai collaboratori personali del Presidente della Confederazione Villiger, Kenneth Angst e Daniel Eckmann, e dal Vice Segretario generale del DMF, Bernhard Marfurt, cf. dodis.ch/73421. Il discorso fu redatto in tedesco e successivamente tradotto in francese e italiano, cf. il facsimile dodis.ch/70433. Per il discorso effettivamente pronunciato in Parlamento nelle tre lingue nazionali, cf. dodis.ch/70376. Per la discussione in Consiglio federale sulla formulazione di alcune parti del discorso cf. il verbale della seduta del 3 maggio 1995, DDS 1995, doc. 27, dodis.ch/70371.↩
Verknüpfungen mit anderen Dokumenten
| http://dodis.ch/73421 | ist Entwurf von | http://dodis.ch/70433 |
| http://dodis.ch/70433 | siehe auch | http://dodis.ch/70376 |
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50 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs


