Language: French
11.7.1919 (Friday)
CONSEIL FÉDÉRAL Procès-verbal de la séance du 11.7.1919
Minutes of the Federal Council (PVCF)
Le Conseil fédéral approuve l’abrogation des accords relatifs à la SSS et divers arrangements conclus avec les Alliés pendant la guerre ainsi que de l’accord de Washington. Il émet toutefois une réserve au sujet des arrangements relatifs au tonnage garanti à la Suisse, par l’accord de Washington qu’il souhaiterait voir assuré.

Classement thématique série 1848–1945:
IV. LES RELATIONS ÉCONOMIQUES ET FINANCIÈRES AVEC LES PUISSANCES ALLIÉES

Également: Notification de la levée du blocus de l’Allemagne avant la ratification du Traité de Paix par les principales puissances et son entrée en vigueur. Expiration de la convention de Washington le 12.7.1919. Annexe de 12.7.1919
Également: Le Conseil fédéral prend acte de la notification ci-dessus et indique sa réserve au sujet de l’art. 4 de l’accord de Washington relatif au tonnage garanti à la Suisse; il souhaite le maintien de cette clause jusqu’à la date primitivement fixée pour l’expiration dudit accord, soit le 30.9.1919. Annexe de 12.7.1919
Également: Le Conseil fédéral proroge jusqu’au 30.9.1919 une des clauses de l’accord de Washington garantissant à la France un droit de transit par le Gothard ou le Simplon de 100 000 tonnes mensuelles de charbon et divers destinés à l’Italie. Annexe de 12.7.1919
Également: Propos tenus lors de la réception donnée par le Conseil fédéral aux Représentants des Missions alliées et associées, à l’occasion de la suppression de la SSS. Annexe de 17.7.1919
Également: Réponse de Schulthess au nom du Conseil fédéral à l’allocution citée ci-dessus. Annexe de 17.7.1919
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Printed in

Jacques Freymond, Oscar Gauye (ed.)

Diplomatic Documents of Switzerland, vol. 7-II, doc. 15

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Bern 1984

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dodis.ch/44226
CONSEIL FÉDÉRAL
Procès-verbal de la séance du 11 juillet 19191

2530. Aufhebung der SSS

Die Mitglieder der hiesigen Commission interalliée haben am 2. dies beim Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements vorgesprochen und erklärt, dass die alliierten und assoziierten Regierungen beschlossen hätten, die Blockade gegenüber Deutschland aufzuheben, sobald Deutschland den Friedensvertrag in aller Form ratifiziert und hievon den Alliierten offiziell Kenntnis gegeben haben werde. Auf diesen Zeitpunkt sollen alle mit der Blockade zusammenhängenden wirtschaftlichen Beschränkungen, vor allem also die SSS-Bestimmungen, dahinfallen. Die Vertreter der Alliierten werden verschiedene «notes conjointes» überreichen, durch welche sich die in Frage kommenden Regierungen bereit erklären, die auf die Blockade bezüglichen Vereinbarungen, soweit sie heute noch in Kraft sind, als dahingefallen zu betrachten.

Es handelt sich um folgende Abmachungen:

1. Die Abkommen vom Oktober 1915 betreffend die Errichtung und Tätigkeit der SSS.

2. Die Abkommen vom 23. Januar und 20. März 1917 betreffend die Einführung weiterer Ausfuhrbeschränkungen.

3. Die Abkommen vom 1. und 4. September 1917 betreffend die Ausfuhr von Schokolade und Seidenwaren.

4. Das Protokoll vom 12. Mai 1917 betreffend die Ausfuhr von Futtermitteln, Häuten, Fellen und Leder.

5. Das Abkommen vom 8. Mai 1918 betreffend die Revision von Artikel 10 des SSS-Reglements und die Behandlung des deutschen Besitzes.

6. Das Washingtoner Abkommen vom 22. Januar 1919.

Mit der Aufhebung der unter 1 bis 5 genannten Vereinbarungen kann sich die Schweiz ohne weiteres einverstanden erklären; sie enthalten ausschliesslich Beschränkungen, die ihr während des Krieges auferlegt worden sind. Anders verhält es sich mit dem Abkommen vom 22. Januar2, welches für die Schweiz nicht nur Verpflichtungen, sondern in den Artikeln I (Lebensmittelkontingente) und IV (Tonnagegarantie) auch wertvolle Zugeständnisse in Bezug auf die Landesversorgung einschliesst. Nach den Erklärungen der Commission interalliée stehen die alliierten Regierungen auf dem Standpunkte, dass das Abkommen als Ganzes, und nicht nur die auf die Blockade bezüglichen Bestimmungen, dahinfallen müsse. Absolut zwingende Gründe für diese Stellungnahme sind bis jetzt seitens der Alliierten nicht vorgebracht worden.

Art. IV des Abkommens vom 22. Januar garantiert der Schweiz ein ausreichendes Tonnagekontingent zu bestimmten, im Abkommen festgesetzten Frachtsätzen. Die Frage des Verzichtes auf diese Garantie ist bei der heutigen unsichern Lage des Frachtenmarktes von grosser Bedeutung.3 Möglicherweise wird sich die Schweiz in den nächsten Monaten den nötigen Schiffsraum auf dem offenen Markte zu ebenso günstigen Bedingungen verschaffen können wie jetzt auf Grund der Bestimmungen des Abkommens. Aber auch das Gegenteil kann zutreffen, namentlich dann, wenn Grossbritannien und die Vereinigten Staaten den jetzigen Zustand, wonach der grösste Teil der Handelstonnage durch die Regierung requiriert ist und somit auf dem freien Markt nur relativ wenig Schiffsraum verfügbar bleibt, auch nach der Aufhebung der Blockade noch eine gewisse Zeit beibehalten sollten. Bevor sich diese Verhältnisse abgeklärt haben, kann der Aufhebung des Washingtoner Abkommens nicht vorbehaltlos zugestimmt werden. Anderseits wird es notwendig sein, den Alliierten schon in den nächsten Tagen eine bezügliche Erklärung abzugeben, um den die Aufhebung der SSS-Vorschriften betreffenden Notenaustausch und damit die Aufhebung der SSS selber nicht zu verzögern.

Es wird beschlossen:

1.Der Bundesrat erklärt sich mit der Aufhebung der oben aufgeführten Vereinbarungen einverstanden.4

2. Hinsichtlich des Art. IV des Abkommens vom 22. Januar 1919 ist folgender Vorbehalt zu machen5:

«Toutefois, le Conseil fédéral doit faire une réserve concernant les stipulations de l’article IV de ladite Convention. Au cas où le maintien du système de réquisition mettrait la Suisse dans l’impossibilité de se procurer sur le marché libre le tonnage prévu par la Convention et aux conditions qui y sont indiquées, il serait entendu que le Gouvernement de la Grande-Bretagne et le War Trade Board américain continueraient à mettre à la disposition de la Suisse, aux conditions de l’article IV, un tonnage mensuel égal à celui qui lui est attribué actuellement, et ce, jusqu’à la date primitivement fixée pour l’expiration du traité de Washington, soit le 30 septembre 1919.»

3. Dem Begehren der Alliierten, es möchte durch eine separate Erklärung festgestellt werden, dass die Bestimmung von Art. VIII des Abkommens vom 22. Januar bis zum 30. September 1919 in Wirksamkeit bleibe ist zuzustimmen.

4. Das Volkswirtschaftsdepartement wird ermächtigt, mit den Vertretern der Alliierten entsprechende Noten auszutauschen.6

5. Das Volkswirtschaftsdepartement wird ferner ermächtigt, der SSS namens des Bundesrates zu erklären, dass sie befugt sei, ihre Tätigkeit sofort und vollständig einzustellen und die Liquidation des Vereins durchzuführen. Dabei hat es die Meinung, dass das von der SSS gegen ihre Mitglieder wegen Übertretung von SSS-Vorschriften eingeleitete Verfahren nicht weiter verfolgt wird. Soweit es sich in diesen Fällen zugleich um Übertretung von bundesrechtlichen Vorschriften (Wiederhandlungen gegen die Ausfuhrverbote und die Bestimmungen betreffend den Wucher und die Regelung des Inlandsverkehrs im allgemeinen) handelt, bleibt die Verfolgung durch die zuständigen Amtsstellen Vorbehalten. Die SSS wird den letztem zu diesem Zwecke die in Frage kommenden Akten übergeben.

1
E 1004 1/272. Etaient absents: G. Motta, E. Müller, R. Haab.
2
Cf. DDS 7/1, no 136.
3
Sur le problème du tonnage, cf. aussi DDS 7/1, no 452.
4
Le 12 juillet des notes identiques ont été échangées entre les Représentants des Gouvernements alliés à Berne (A. Stovall, G. Clinchant, R.L. Craigie, Paulucci de Calboli) et le Chef du Département de l’Economie publique, E. Schulthess; elles abrogeaient simplement les accords énumérés ci-dessus sous points 1–5. Pour la collection complète de ces notes, cf. J. II. 78/1-3, Naissance et mort de la SSS. Actes diplomatiques. Sur l’ensemble de la liquidation de la SSS, voir aussi: Rapport intérieur 1915–1921 de la Société Suisse de Surveillance économique, Berne 1921, pp. 363 ss.
5
Cf. annexes au présent document.