Language: German
18.12.1882 (Monday)
Protokoll der Sitzung des Bundesrates vom 18.12.1882
Presidential decree (Déc Prés)
Der frühere deutsche Gesandte in Tokio, Eisendecher, hat Bedenken geäussert, dass ein Honorarkonsul nicht die nötigen Eigenschaften besitze, um an den Handelsvertragsverhandlungen teilzunehmen.

Thematische Zuordung Serie 1848–1945:
II. WIRTSCHAFTS-, HANDELS- UND WÄHRUNGSPOLITIK
1. Bilaterale Verhandlungen
1.5. Der Handelsvertrag mit Japan
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Printed in

Erwin Bucher, Peter Stalder (ed.)

Diplomatic Documents of Switzerland, vol. 3, doc. 227

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Bern 1986

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dodis.ch/42206
Protokoll der Sitzung des Bundesrates vom 18. Dezember 18821

6339. Vertragsunterhandlungen mit Japan

Herr Minister Roth berichtete in seiner Depesche an den Bundespräsidenten vom

23. v. Mts.2 über eine Unterredung, die er mit Herrn C. von Eisendecher, bis vor kurzem Gesanten des Deutschen Reiches in Tokio, bezüglich der von Japan begehrten

Revision der Handelsverträge gehabt hat. Bei diesem Anlasse habe sich Herr von Eisendecher in Bezug auf den Antrag des Bundesrates, dass Herr Generalkonsul Wolff zu den fernem Beratungen als sein Delegirter zugelassen werde3, dahin geäussert, derselbe werde auf ernste Schwierigkeiten stossen und neuen Complikationen rufen, da die diplomatischen Vertreter und die Berufskonsuln den Kaufmannskonsuln die nötigen Eigenschaften für derartige diplomatische Unterhandlungen ebensowenig zuerkennen, wie die Japanesische Regierung selbst.

Darauf wird gemäss dem Antrag des Departements in einer nach dessen Entwurf verfassten confidentiellen Depesche erwidert:

Herr Arnold Wolff, Schweiz. Generalkonsul in Jokohama, habe, seinen Depeschen an den Bundesrat vom 25. Oktober und 6. November abhin4 zufolge, dem K. japanesischen Minister des Auswärtigen seine Ernennungsurkunde als zweiter Delegirter der Schweiz bei den Vertragsrevisions-Verhandlungen mit Note vom 25. Oktober eingesant und am 30. gl. Mts. eine bezügliche Empfangsanzeige ohne weitere Bemerkung erhalten5. Zu gleicher Zeit seien ihm vom Ministerium des Auswärtigen die Protokolle6 der bisher stattgefundenen Konferenzsizungen zugestellt worden. Die Angelegenheit dürfte somit als geordnet betrachtet werden7, was dem Bundesrate zur grossen Befriedigung gereiche, da der deutsche Bevollmächtigte in der Wahrung der schweizerischen Interessen nicht die wünschbare Energie entfaltet habe.

1
E 1004 1/131.
2
E 13 (B)/202.
3
Vgl. Nr. 198.
4
Beide Schreiben in: E 13 (B)/202.
5
Beide Noten nicht ermittelt.
6
Protokolle Nr. 1 und 2 nicht ermittelt. Nrn. 3–16 in: E 2200Tokio 1.
7
Vgl. Nr. 229.