Language: German
18.1.1866 (Thursday)
Le Chargé d Affaires de Suisse à Vienne, L. Steiger, au Président de la Confédération, J.M. Knüsel
Political report (RP)
Pour des raisons financières, le Gouvernement impérial ne peut envisager des travaux publics importants sur la route de Martinsbruck.

Classement thématique série 1848–1945:
I. LES RELATIONS INTERGOUVERNEMENTALES ET LA VIE DES ÉTATS
I.3. AUTRICHE-HONGRIE
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Printed in

Roland Ruffieux (ed.)

Diplomatic Documents of Switzerland, vol. 2, doc. 3

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Bern 1985

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dodis.ch/41536
Le Chargé d Affaires de Suisse à Vienne, L. Steiger, au Président de la Confédération, J.M. Knüsel1

Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang der geehrten Depesche von lOten diess. M.2 zu bestätigen, womit Sie mich beauftragen, die Frage der Ausführung der Martinsbruker-Strasse wieder zur Sprache zu bringen und mit allem Nachdruck auf deren Erledigung zu dringen, sobald der Moment günstig erscheine.

Die Regierung von Graubündten schrieb mir unterm 23. v. Ms.3, indem sie bemerkte, dass diese Frage in kurzer Zeit zur Verhandlung kommen werde, und sie mich desshalb ersuche, dieselbe zu ihren Gunsten kräftigst zu unterstützen. Bei meinem im Staatsministerium gemachten Nachforschungen erfuhr ich jedoch nichts, was diese Muthmassungen bestätigte und ich erwiederte ihnen daher, dass wenn Baron Mensshengen deshalb Versicherungen gegeben, so könnten sich dieselben nur auf meine Unterredung mit Graf Mensdorff vom 13. Novbr. beziehen, bei welcher sich derselbe sehr zu Gunsten der Schweiz ausgesprochen, jedoch die Verzögerung der Angelegenheit wegen der wichtigen internen Fragen entschuldigt habe. Ich hatte nun vor drei Tagen Gelegenheit, den Herrn Minister zu sprechen und ersuchte ihn auf das Dringenste, diese Frage sowol als auch die der Rhein-Korrektion endlich zu einem Abschluss zu bringen, da man bei dieser ewigen Verzögerung an einem guten Willen Österreichs immer mehr zweifeln müsste. Graf Mensdorff versicherte mich wiederholt, dass diess gewiss nicht der Fall sei, allein leider sei Österreich in einer so schwierigen finanziellen Lage, dass es bei der Frage der öffentlichen Bauten nur mit der grössten Oekonomie zu Werke gehen müsse; jedoch werde er diese beiden Fragen mit dem Herrn Staatsminister neuerdings besprechen. Wie ich bei meinen weiteren Nachforschungen erfahren, ist meine Note vom 18. Oktober4 bereits in Beantwortung, und die k. Regierung erklärt darin ganz offen, dass ihre finanzielle Lage es ihr im gegenwärtigen Augenblicke nicht erlaube, sich mit der Ausführung der Strasse zu befassen, dass sie jedoch an dem Projekte mit gleicher Wärme festhalte wie die Schweiz und der Weiterbau derselben ebensosehr im Interesse Österreichs liege. Sobald ich die Note erhalten, werde ich sie unverzüglich mittheilen.

1
Rapport politique: E 20/151.
2
Non reproduite. Cf. E 1001 (E) q 1/70.
3
Cf. E 2200 Vienne 1/46.
4
Cf. E 20/151.