Language: ns
1.2.1938 - 1942
AfZ; NARA RG 242 T 120 / MF 2445
Information Independent Commission of Experts Switzerland-Second World War (ICE) (UEK)
Info UEK/CIE/ICE ( deutsch français italiano english):
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AfZ NARA RG 242 T 120 / MF 2445

[nicht alle Serials erfasst.]


Serial Number: 4825 H


Seitennummer: E 240945 - 241008
Umfang: 64 S.
Bemerkung (Karteikarte AfZ, paraphrasiert - meist aktenproduzierende Stelle plus Dossiertitel bzw. Inhaltsangabe): Deutsche Gesandtschaft Bern, allgemeine Aussenpolitik der Schweiz, Politik 1, 779/1, 2/1938 - 11/1942. - Inhalt: u.a. Jahresübersicht 1937 und 1938.
Kurzbeschrieb: weniges kopiert.

Einzelne Dokumente:


Köcher an AA Berlin, 9.6.1941 ["Doppel als Reinkonzept"], "Inhalt: Aussenpolitische Rede von Bundesrat Pilet-Golaz"


[KOPIE]

Gespräch Köcher mit Pilet-Golaz über dessen aussenpolitische Rede vom 4.6.1940. Pilet betont, dass die Schweiz bereit sei an der "Mitarbeit an der Neuordnung Europas". Weiter über Neutralität.
Meinung Köcher: Pilet darf aus innenpolitischen Gründen nicht zu stark Richtung Achsenmächte tendieren.


Köcher an AA Berlin, 19.11.1940, "Inhalt: Geringe Anzeichen für ein Anpassen der Schweiz an das neue Europa"


[KOPIE]

"Der Bundespräsident hat am 25. Juni ds. Js. - zweifellos etwas voreilig - eine rede gehalten, in der er der Schweiz einen neuen Weg vorgezeichnet hat. Erfolgt ist nichts. In der Vollmachten-Kommission hat der Innenminister, Bundesrat Etter, im Gegenteil erklärt, dass zwar eine Änderung der Verfassung in verschiedenen Punkten notwendig sei, dass sie aber zur zeit nicht in Frage käme."
"Es gibt zweifellos einsichtige Schweizer, die die Gefahren sehen, die der Schweiz drohen. Die breite Masse, die nicht weiter nachdenkt, befürchtet noch heute einen Einmarsch deutscher Truppen, während es den Einsichtigen ganz klar ist, dass eine militärische Besetzung des Landes garnicht [sic] notwendig ist und garkein [sic] Blut zu fliessen braucht, sondern Deutschland, wenn es will, die Schweiz wirtschaftlich abwürgen kann. Der Bundespräsident Pilet-Golaz hat zweifellos diese Einsicht. Er hat auch den besten Willen, das Land anders auszurichten."
Aber: Pilet-Golaz ist öffentlich wegen seiner Haltung angegriffen worden, hat kaum mehr Einfluss: "Auch im Bundesrat hat er grosse Widerstände. Die einzigen Bundesräte, die ihm zu folgen vermögen und guten Willens sind, ihn zu unterstützen, sind Wetter, der Finanzminister, und Etter der Innenminister. [...]. Bundesrat Stampfli ist ein Mann, der zweifellos nicht antideutsch eingestellt, aber ausserordentlich zurückhalten und verschlossen ist, [...]."



Serial Number: 4826 H


Seitennummer: E 241010 - 241072
Umfang: 63 S.
Bemerkung (Karteikarte AfZ, paraphrasiert - meist aktenproduzierende Stelle plus Dossiertitel bzw. Inhaltsangabe): Deutsche Botschaft Paris, Geheimakten 5/1941 - 12/1942. - Inhalt: diverse Köcher-Berichte; schweizerische Reaktionen auf Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz u.a.
Kurzbeschrieb: weniges kopiert.

Einzelne Dokumente:


Köcher (Bern) an AA Berlin, 24.11.1942, "Inhalt: Äusserungen des schweizerischen Aussenministers über die Berliner Reaktion zu den britischen Neutralitätsverletzungen"


[KOPIE]

Pilet-Golaz über die britischen Neutralitätsverletzungen. Schweiz könne nichts dagegen machen. Schweiz könne sich keinen Abbruch der Beziehungen zu Grossbritannien leisten, die dann machen würden, "was sie im Intere [= Interesse] ihrer Kriegführung für richtig hielten. Wer solle denn die Engländer daran hindern, die schweizerischen Fabriken, die ja bekanntlich für die deutschen Rüstungen arbeiteten, produktionsunfähig zu machen? Es sei bei voller Handlungsfreiheit auch verhältnismässig leicht, die für die Achse lebenswichtigen Eisenbahnverbindungen über Gotthard und Lötschberg-Simplon so zu beschädigen, dass sie für eine ganze Zeitlang unbrauchbar würden."
"Zum Schluss kam Herr Pilet-Golaz nochmals auf die Person des von uns angegriffenen Bundesrats Wetter zu sprechen. Gerade Herr Wetter sei derjenige, der das meiste Verständnis für Deutschland aufbringe und habe daher die Angriffe am wenigsten verdient. Bundesrat Wetter trete im Bundesrat mit besonderer Schärfe für eine gereichte Haltung auch gegenüber Deutschland ein. Er sei seit Jahrzehnten durch seine ehemalige führende Stellung im schweizerischen Wirtschaftsleben mit Deutschland auf das engste verbunden und habe aus dieser Zuneigung nie einen Hehl gemacht."


Köcher an AA Berlin, 6.8.1941, "Inhalt: Unterlassung einer Gratulation zur 650. Wiederkehr des Tages der Gründung der schweizerischen Eidgenossenschaft. Gespräch mit Bundesrat Pilet-Golaz"


[KOPIE]

Pilet meinte im Gespräch, "wenn der Führer auch nur einige Glückwunschworte an die schweizer Regierung gerichtet hätte, so würde das eine ungeheure Entspannung im schweizer Volk bedeutet haben". Allgemein: Enttäuschung, dass die Deutschen den Jahrestag nicht offiziell zur Kenntnis nahmen.
Köcher erklärt, warum das "die Deutsche Regierung und das deutsche Volk gegen die Schweiz aufgebracht seien" (wegen antideutscher "Hetze" in der Presse).
"Auf den Hinweis von Bundesrat Pilet-Golaz, dass die Schweiz doch wirklich in jeder Weise den guten Willen habe, mit Deutschland zusammenzuarbeiten, wie dies das Wirtschaftsabkommen beweise, bei dem die Schweiz sogar die Waren wie Obst, Kondenzmilch [sic] und Käse, die sie nach Deutschland ausführe, bezahle, erwiderte ich, [...]."
- Auch in Bonjour VIII, S. 72ff. enthalten

Köcher an AA Berlin, 28.6.1941, "Inhalt: Die schweizerische öffentliche Meinung zum deutsch-sowjetischen Krieg. Äusserungen des Bundesrats Pilet-Golaz"


[KOPIE]

Grundstimmung in der Presse sei positiv (insbesondere in der Romandie). Pilet-Golaz betrachtet den Ost-Feldzug "als gesamteuropäisches Positivum".
"Ich habe Herrn Pilet-Golaz bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, dass er mir vor einigen Wochen die Aufrechterhaltung des mobilen Status der schweizerischen Armee mit der Notwendigkeit begründet habe, den Kommunismus in Schach zu halten. Bei der gestrigen Unterredung kam Herr Pilet vom sich aus auf diese Bemerkung zurück und versicherte mir, dass nunmehr die Armee stark verringert werden solle.


2 Formbriefe, welche von in Paris wohnendem Schweizer Geschäftsmann bzw. dort angesiedelter Firma stammen und an Abetz, Gesandten des Deutschen Reiches in Frankreich gerichtet sind (9.6.1940)


[KOPIE]

Inhalt: Anbiederung an die neuen Machthaber.
Absender:
  • W. Baumann (Ingénieur, Mécanicien): "Der Unterzeichnete ist Schweizerbürger, rein arischer Abstammung und seit zwanzig Jahren im Ausland tätig. Ich stehe seit 1936 mit Herrn Ministerial-Direktor Dr. Brandes, Berlin, in Verbindung bezw. Auswertung in Deutschland einer meiner grossen Arbeiten für Schiffsantriebe und bin neuerdings vom Oberkommando der Kriegsmarine für die Wiederaufnahme dieser Sache ersucht worden."
  • Les Instrument scientifiques et industriels, ISI (Inhaber: Albert R. und Yvo M. Pfyffer): "Die Unterzeichneten sind Schweizerbürger, rein arischer Abstammung und seit zwanzig Jahren im Auslande tätig. Die Gebrüder Pfyffer, Inhaber obiger Firma, vertreten seit langen Jahren schon, als General-Agenten für ganz Frankreich und seine Kolonien, eine Anzahl namhafte, deutsche Unternehmen auf dem Gebiete für Hochpräszisions-Mechanik und Optik. Momentan stehen sie mit mehreren neuen Firmen aus dem Reich in Unterhandlung, um in Zukunft auch deren Interessen in Frankreich wahrzunehmen."



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