dodis.ch/44005
La Division des Affaires étrangères du Département politique à la Légation de Suisse à
Paris 1
Bern, 18. März 1919 (Ankunft: 19. März., 10 h)
Ihr Telegramm 75.2 Im Einvernehmen mit Delegierten für auswärtige Angelegenheit bittet Sie Volkswirtschaft, im Namen Bundesrates in einer Note Gesuch an dortige Regierung zu stellen, es möchte endlich unseren Delegierten Gelegenheit gegeben werden, mit den Vertretern der Alliierten die Frage der Revision des Artikels 10c. SS S.-Reglements zu besprechen und die dringenden Begehren der Schweiz geltend zu machen. Besonders Bundespräsident hegt gegen eine direkte Intervention bei Conseil Supérieur Bedenken, da dadurch Seydoux verletzt werden könnte. Ersuchen Sie, Seydoux und speziell Dutasta von der Note in Kenntnis zu setzen und Letztem um Unterstützung unserer Begehren bei Conseil Supérieur zu bitten. Gleichzeitige Fühlungnahme auch mit den einzelnen Vertretern von Frankreich, England, Italien und Amerika im Conseil oder eventuell mit den diplomatischen Vertretern dieser Mächte zwecks günstiger Beeinflussung des Entscheides des Conseil dürfte zweckmässig sein. Ersuchen, wiederholt auf wachsende Arbeitslosigkeit hinzuweisen, sowie auf Umstand, dass man hier Aufrechterhaltung derzeitiger Exportbeschränkungen um so weniger verstehen würde, als Entente nun industrielle Produkte aller Art und Lebensmittel an Deutschland liefert. Lesen soeben die Neue Zürcher Zeitung, Meldung aus Paris vom 16. März, wonach freier Verkehr zwischen Norwegen, Schweden, Dänemark und Deutschland auf Grund Brüssel-Abkommens zwischen Entente und Deutschland wieder hergestellt sei, dagegen derjenige zwischen Deutschland und Schweiz von Änderung der Bestimmungen der SSS. abhängig sei. Ersuchen um telegraphischen Bericht über Richtigkeit dieser Meldung3 und bitten eventuell nötige Demarchen zu unternehmen.