Language: ns
1936 - 1942
PA/AA; R 108133; AA Ha Pol IIa Schweiz, Industrielle Beziehungen der Schweiz zu Deutschland, 6/1936 - 12/1942
Information Independent Commission of Experts Switzerland-Second World War (ICE) (UEK)
Info UEK/CIE/ICE ( deutsch français italiano english):
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Signatur: PA/AA R 108133


Dossiertitel: AA Ha Pol IIa Schweiz, Industrielle Beziehungen der Schweiz zu Deutschland, 6/1936 - 12/1942
Umfang: ca. 30 S.
Kurzbeschrieb:




Einzelne Dokumente:

Sch/Schum. "Bericht über die Reise nach der Schweiz vom 2. bis 8.3.1941, 21.4.1941


[KOPIE]

Zweck: "Besprechungen mit dem Verein schweizerischer Maschinenindustrieller in Zürich über grundsätzliche Bereitwilligkeit zu Preisverständigungen bei der Ausfuhr mit den deutschen Stellen [...]"
besuchte Firmen:
  • Escher Wyss Maschinenfabrik AG, Zürich (Präsident und Delegierter VR J. Schmidheiny; Gygi (Grossaktionär); Direktor Guyer, Direktor Moser, Direktor Schmidheiny jun.); zusätzlich Direktor Maas von Escher Wyss, Ravensburg
  • Ateliers des Charmilles SA, Genf (Direktor Professor Neeser)
  • AG Maschinenfabrik von Theodor Bell & Cie., Kriens bei Luzern (Direktor Wachter)
  • Ateliers de Construction Mecanique, Vevey (Direktor Neef)

Schweizer Firmen führen folgendes aus: "Wir benutzen die Gelegenheit, für den Besuch Ihrer Herren Scharr und Stelter in Zürich nochmals den besten Dank auszusprechen und hoffen, dass damit der Grundstein zu einer langen und für beide Teile wertvollen Zusammenarbeit gelegt worden sei."
Diskussion über Sinn einer Preisabsprache (Bell befürchtet, dass nur grosse Firmen profitieren, deutsche Delegation zerstreut Bedenken: auch kleine hätten auf einem Anbietermarkt eine Chance).
Dann Treffen mit VSM (Präsident Heinrich Wolfer von der Sulzer AG, Winterthur; Sekretär E. Kronauer). Wolfer über einen kühlen Empfang vor ein paar Monaten in Berlin (deutsche Kritik an unfreundlicher Haltung der Schweiz gegenüber Deutschland). Wolfer (gemäss dem Bericht): "Man übersehe in Deutschland, dass die schweizerische Industrie naturnotwendig auf die Ausfuhr angewiesen sei und sich nach der Durchsetzung des 'Neuen Planes' in Deutschland zwangsläufig nach dem Westen habe orientieren müssen, da Deutschland nicht mehr ausreichende Mengen schweizerische Waren abgenommen habe. Dass eine solche handelspolitische Notwendigkeit auch eine gewisse staatspolitische Wendung der Schweiz nach sich gezogen habe, die überdies der eigenen politischen Einstellung entspreche, müsse man doch auch in Deutschland verstehen. Wenn man in Deutschland die Haltung eines Teils der schweizerischen Zeitungen kritisiere, so dürfe man dabei nicht ausser acht lassen, dass die Schweiz nicht die gleichen Mittel wie Deutschland habe, die Presse staatlicherseits auf eine einheitliche Linie zu bringen.
Anschliessend machte Dr. Wolfer längere Ausführungen über die heutige Lage der schweizerischen Wirtschaft. Man sei sich darüber m klaren, dass die Abhängigkeit der Schweiz von Deutschland hinsichtlich der Versorgung besonders mit Kohle und Eisen ein engeres Zusammengehen der schweizerischen Wirtschaft mit der deutschen Wirtschaft nach sich ziehen müsse. Die Schweiz habe das Bedürfnis, sich möglichst bald über ihre künftige Stellung im europäischen Grosswirtschaftsraum mit Deutschland zu verständigen. Ihre Industrie sei im besonderen an Ausfuhrpreisverständigungen mit der deutschen Industrie interessiert."
"Nachdem wir Präsident Dr. Wolfer erwidert hatten, dass wir auch unsererseits auf eine enge Zusammenarbeit mit der schweizerischen Maschinenindustrie Wert legte, und ja gerade zu dem Zweck nach Zürich gekommen seien, um uns nicht nur mit den Wasserturbinenfabriken, sondern auch mit dem Verein Schweizerischer Maschinenindustrieller über die uns gemeinsam berührenden Probleme auszusprechen, war bald das Eis gebrochen und die Plattform für eine fast als freundschaftlich zu bezeichnende und in jeder Hinsicht offene und aufgeschlossene Unterhaltung gefunden. Es stellte sich heraus, dass das Interesse des Vereins Schweizerischer Maschinenindustrieller an der Zusammenarbeit mit uns weit über die Fragen der Exportverständigungen hinausging. Deshalb beabsichtigt man, die Arbeit des Vereins, die bisher ziemlich eng begrenzt war, erheblich auszudehnen und stärker zu aktivieren."
"Wir haben dann noch im besonderen darauf hingewiesen, dass unseres Erachtens jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, die Ausfuhrpreise in Europa auf ein organisches und innerlich gesundes Niveau zu bringen und darauf zu halten. Da für Jahre hinaus für die schweizerische und deutsche Maschinenindustrie genügend Beschäftigung vorhanden sei, wäre nicht einzusehen, warum nicht eine Abstimmung der Preise und Bedingungen stattfinden könne. Dies wurde nach einigem Hin und Her grundsätzlich anerkannt und zum Schluss der Verhandlungen die Erklärung abgegeben, dass der Verein grundsätzlich zu Preisverständigungen mit den deutschen Firmen bereit sei."
Dann über die "Russengeschäfte".
Zusätzlich nahmen an der Besprechung teil: Georg Fischer von Maag, K. H. Gyr von Landis & Gyr, Amsler [wahrscheinlich Werner Alfred Amsler ?, siehe Ragionenbuch 1941] von Alfred Amsler & Co, Schaffhausen ("weltbekannte Prüfmaschinenfabrik"), Klingelfuss (Direktor BBC).
Dann Führung durch Firma Maag (mit Direktor Fischer). "Die Produktion der Firma Maag ist für längere Zeit restlos ausverkauft, grösstenteils natürlich an Deutschland. Direktor Fischer berichtete uns von einem kürzlich erfolgten Besuch von Vertretern des OKW und der drei Wehrmachtsteile, die gleich an Ort und Stelle die gesamte Produktion auf Heer, Marine und Luft aufgeteilt hätten."


E. Foerster, Hamburg, "Bericht über Besuche bei drei Grossfirmen der Schweizer Industrie: Gebrüder Sulzer, Winterthur; Escher Wyss, Zürich, Brown, Boveri & Cie., Baden/Schweiz, und bei der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg MAN in Augsburg", 15.9.1942


[KOPIE]

Ausgangslage: Foerster suchte Material für die von ihm seit 23 Jahren geleitete Fachzeitschrift "Werft-Reederei-Hafen". Es geht im folgenden um technische Beschreibungen der Produkte der drei genannten Firmen. Interessant vielleicht folgendes:
"Die Firma Escher Wyss hat im Verlaufe der Besprechungen den Wunsch ausgesprochen, ein Versuchsprogramm in der hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt unter meiner Aufsicht durchzuführen, bei dem die Leistungen und Wirkungsgrade optimaler fester Propeller unter verschiedenen Belastungs-Umständen verglichen würden."
Einschätzung durch den Verfasser: "Die Aufnahme bei allen drei Firmen war von der gleichen Herzlichkeit, Gastfreundlichkeit und kooperativen Bereitschaft wie bei deutschen Firmen. Politische oder Kriegsfragen wurden bei keiner Firma auch nur gestreift. Am vorsichtigsten war Direktor Reuter-Sulzer eingestellt; er wies wiederholt darauf hin, dass die britische Spionage in der Schweiz sämtliche Behörden des eidgenössischen Regimes durchsetze, so besonders auch die Post. Er könne keine einzige Anfrage auf Lieferungen aus Deutschland erhalten, ohne dass wenige Stunden nach dem Eingang der Post in Winterthur ein Anruf der Britischen Gesandtschaft in Bern erfolge mit der Frage , wie er sich zu dieser deutschen Anforderung stelle."
Dann über Besuch bei MAN, Augsburg.
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