Language: ns
1941-1944
BArch Berlin, R 2, 58745 [alt R 21.01, 8745]
Information Independent Commission of Experts Switzerland-Second World War (ICE) (UEK)
Info UEK/CIE/ICE ( deutsch français italiano english):
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Handelsvertrag mit der Schweiz August 1941-April 1944
Umfang:
165 Bl.
Kurzbeschrieb:


Briesewitz (i.A. Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft) an MR Wucher (Reichsfinanzministerium), 23.8.1941 (Bl. 12f.):


Im Abkommen vom 18.7.1941 habe man zugesagt 5000 hl Sprit zu liefern. Zusage beruhe auf Lieferungen der Schweiz von Milch, Käse etc. für 18 Mio. Fr. « Diese Liefermenge ist verhältnismässig gross und kann nur unter starker Einschränkung des eigenen Schweizer Konsums durchgeführt werden, da die Milchproduktion aus verschiedensten Gründen zurückgegangen ist, eine Buttereinfuhr wie früher so gut wie unmöglich ist und dazu bei geringerer Milchproduktion ein grösserer Milchkonsum eingesetzt hat. Die Schweizer werden mit Rücksicht auf diese Lieferungen an Deutschland wahrscheinlich demnächst auch gezwungen sein die Milch, wie auch den Käse zu rationieren, was bei der Butter schon seit längerer Zeit geschehen ist. » [!!] Schweizer verlangten deshalb Gegenlieferungen.

Schultze-Schlutius (RWM) an Sabath (AA), Schnellbrief, 25.11.1941:


Aluminiumlieferungen aus der Schweiz und Mineralöllieferungen an die Schweiz. Schweiz: Aluminiumproduktion sei wegen schlechtem Wasserstand stark gesunnken.

Schüller (HaPol AA), Schnellbrief, an Vierjahresplan, RWM, REL, RFM, OKW, Reichsbank, 23.12.1943 (Bl.85):


Deutsche Delegation berichtet, « ist die Haltung der schweizerischen Delegation ausserordentlich starr und unnachgiebig ».

Schüller an Vierjahresplan, RWM, REL, RFM, OKW, Reichsbank, 2.1.1943 (Bl. 86):


Besprechungen am 27. und 28.12.1943 mit Mitgliedern der Delegation, Vertrertern des RWM und des OKW im AA: Verhandlungsleiter Seyboth hat Weisung erhalten, der Schweizer Regierung gegenüber auf Beibehaltung des bisherigen Auftragsrhythmus « und zwar ohne jeden Abschlag zu bestehen ».

Hemmen an das AA (Abschrift), 22.12.1942 (Bl.87-89):


Schweizer wollen keine weiteren Rüstungsaufträge mehr entgegennehmen, wenn nicht Abtragung der Rohstofflieferungen.
4.Versicherungsverkehr: « Eine Reihe technischer Einzelfragen, bei denen teilweise eine nicht unerhebliche Deviseneinsparung herbeigeführt werden konnte, ist bereits behandelt. » Deutscherseits wurde Einbeziehung Transport und Kriegsversicherungszahlungsverkehr in das Clearing gefordert. Hemmen habe am 21.12.1942 ausführliche Besprechung mit Bundesrat Stampfli gehabt, weil kein Fortschritt in Hauptfrage. « Dieser hat mir in offener Weise Auskunft über die sehr schlechte Lage der schweizer [sic] Verhandlungen in London gegeben. » England habe Lebensmittellieferungen von schrittweisem Abbau der Lieferungen an Deutschland v.a. Rüstungslieferungen durch Kontingentierungen abhängig gemacht. « Jedenfalls wurde aus dieser Unterhaltung völlig klar, dass es ohne weiteres möglich sein würde, den inneren schweizer Widerstand gegen eine neue Kreditausweitung zu überwinden, dass jedoch die schweizer Haltung durch die englische Forderung bestimmt wird ... » « Man glaubt deshalb an unser Verständnis für die schwierige Lage der Schweiz appellieren zu müssen und eine gewisse Einschränkung in der Auftragserteilung für das kommende Jahr hinzunehmen, wobei man etwa an eine Einschränkung von 12 bis 15% in der Auftragserteilung denkt. Für die übrigen neuen Aufträge würden uns neue Kredite wie bisher zur Verfügung gestellt werden.»

Seyboth an AA, 8.1.1943 (Abschrift) (Bl. 95f.):


Gesamteindruck der Verhandlungen: « Besprechungen zeigen deutlich, dass Schweizer völlig von englischem Druck beherrscht werden. » Sie hätten immer betont, dass sie nur Lebensmittel erhalten, wenn Abbau der Lieferungen an D. « Bei dem Wunsch, in den englischen Verhandlungen unter allen Umständen einen Erfolg zu erzielen, ist in den Schweizer Überlegungen die Bedeutung der deutschen Kohle- und Eisenlieferungen für die Schweiz offensichtlich ganz in den Hintergrund getreten. » Am Sonntag Besprechung Hemmen und Stampfli vorgesehen. ER sieht aber kaum eine Einigung als möglich. Deshalb soll AA bereits erklären, welche Massnahmen bei vertragslosen Zustand zu treffen seien.

Hemmen an AA, 10.1.1943 (Bl.99):


Gesandtschaft habe keine Bedenken gegen Zustimmung zum Antrag des OKW, « dass zur Ausnutzung der noch bis zum 15.1. bestehenden Auftragserteilungsmöglichkeiten die Erteilung von Devisenbescheinigungen bis zur Höhe von weiteren 200 Mill. Fr vom RWiM zugelassen wird. » Seyboth rät von dieser neuen Zuteilung ab, jetzt wo höchst zweifelhaft ob Kreditausweitung. « Wenn bisher grössere Beträge über die Verschuldungsgrenze von 850 Mio. Fr hinaus zur Verfügung gestellt wurden, so wurde dabei von der Annahme ausgegangen, dass nach dem Ablauf des gegenwärtigen Vertrages ein neuer Vertrag mit Kreditausweitung zustande kommt. » Ausserdem sei es ihm zweifelhaft, ob in diesen wenigen Tagen nutzbringend noch Aufträge untergebracht werden können.
Verschärfung der Schweizer Position nach Rückkehr der Schweizer Delegation aus London.
Darin: Abschrift über HPA-Sitzung vom 11.1.1943:

Die 200 Mio. sollen noch vor dem 15.1 in der Schweiz untergebracht werden, wenn dadurch nicht Einschränkung des zivilen Sektors.
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