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1944 - 1945
BArch Berlin, R 12 I, 233;
Information Independent Commission of Experts Switzerland-Second World War (ICE) (UEK)
Info UEK/CIE/ICE ( deutsch français italiano english):
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« Tagesmeldung der Abtl. VI », 19.1.1945 (« Streng vertraulich »):


3. Beziehungen der Schweiz zu den Alliierten.: « Der aussergewöhnlich scharfe Vorstoss des amerikanischen Staatssekretärs des Auswärtigen, Stettinus, gegen die Schweiz hat zu einer erregten Pressedebatte in der Schweiz geführt, bei der beachtlicherweise seitens der Schweizer Öffentlichkeit das amerikanische Ansinnen auf Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland als Zumutung eines Neutralitätsbruches schärfstens zurückgewiesen worden ist. »

Karl Albrecht an von Napolski, « Zusammenarbeit mit Dr. Homberger », 21.12.1944:


Bei seinem letzten Besuch bei Homberger sei auch die Frage der Beschäftigungstatistik von ihm angeschnitten worden. Homberger zeigte sich interessiert an Erfahrungen der RI mit der Industrieberichterstattung.

Dr. A/M., Tagesmeldung der Abtl. VI, 13.12.1944:


Dem Vertreter des RWM, MR Ludwig sei es bei den Schweden-Verhandlungen gelungen, die Zustimmung zu erreichen, « dass der plötzlich zu Deutschlands Gunsten entstandene Clearingsaldo in Höhe von ca. 40 Millionen RM Deutschland zur freien Verfügung und gegebenfalls zur Umwandlung in Gold freigegeben wurde. »

Geschäftsführung der RI an das RWM (Direktor Scharr bei der Reichsbank), « Wirtschaftsbeziehungen Schweiz-USA », 14.12.1944:


In Bezug zur Berichterstattung über die Absatzmöglichkeiten für deutsche Waren in der Schweiz und die ihm übermittelten Listen überreiche die RI ihm einen Vermerk, « der auf gewisse Änderungen der Gesamtsituation hindeutet und die bereits in unsern ersten Berichten dargetane Notwendigkeit schnellen Handelns auf deutscher Seite unterstreicht. »

Dr.A./M.: Vermerk « Wirtschaftsbeziehungen Schweiz-USA », 14.12.1944:


In den letzten Wochen würden sich amerikanische Wirtschaftskreise dem Schweizer Markt zuwenden. Deutsche Handelskammer in der Schweiz habe mitgeteilt, würden in der Schweiz insbesondere Maschinen, Textilien und Chemikalien, und zwar zu beachtlich günstigen Preisen. Engländer seien für Nachkriegslieferungen zurückhaltender.

Karl Albrecht (Geschäftsführung der RI) an J. Brunner (Schweizerische Zentrale für Handelsförderung), 7.12.1944:


Sie beziehe sich auf Unterredung von Albrecht mit ihm in der Schweiz Anfang November. Anfrage ob es ihm inzwischen möglich war wegen des Einreiseantrages von Frl. Dr. Becker die erforderlichen Schrittte zu unternehmen.

Albrecht an Kirchfeld (RWM), Notiz Schweiz (persönlich, vertraulich), 16.11.1944:


Er übersendet ihm einige während seines letzten Besuches getroffenen Feststellungen.

Albrecht, Vermerk « Industrieforschung in der Schweiz », 16.11.1944:


Besuch der Abteilung für industrielle Forschung des Physikalischen Instituts der ETH Zürich. Abteilung unter Leitung von Professor Fischer (Hochfrequenz-Techniker). Gründung des Tropeninstituts mit Geldern des Chemischen Industrie. « Die Ausrichtung auf die Tropenmedizin lässt erkennen, dass die schweizer [sic] Chemische Industrie sich vor allem für die Exportbetätigung stark machen will. »

Albrecht, Vermerk Schweiz, 16.11.1944:


Schweizer Wissenschaftler, die in die USA reisen wollen, um Geschäftsbeziehungen anzuknüpfen, erhalten von den amerikanischen Konsulaten keine Einreisevisen. Begründet damit dass Ende Januar US-Wissenschafter in die Schweiz kommen würden.

Albrecht, Vermerk, 16.11.1944:


« Dr. Homberger, der Direktor des Vorortes der Schweizer Industrie- und Handelsvereinigung, betonte, den Wunsch, die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland fortzusetzen. Er erwähnte, dass die Schweiz bereit sei, etwa die für die Erhöhung deutscher Kohlenlieferungen in die Schweiz erforderlichen Waggons zur Verfügung zu stellen. » « Dr. Homberger ist weiterhin an einen kollegialen Gedankenaustausch mit der Reichsgruppe Industrie interessiert. U.a. interessieren ihn unsere Erfahrungen mit der Industrieberichterstattung, da in der Schweiz die Frage der Einführung einer Beschäftigtenstatistik erwogen wird. »

Albrecht, Tagesmeldung der Abteilung VI, « Betr. Deutsche Handelskammer in der Schweiz », 14.11.1944:


Seit Verhandlungen Juni 1944 wurde Handelskammer zu Sitzungen der deutschen Delegation beigezogen. Auf Veranlassung von Albrecht geschehen. Lindemann habe dies sehr begrüsst. « Der ausserordentlich lebendige Kontakt der Kammer mit den ansässigen schweizer [sic] Wirtschaftskreisen und deutschen Vertretern sowie deutschen Reisenden... » Bericht der Handelskammer: « Es scheint uns bemerkenswert, dass auch nach den militärischen Ereignissen in Frankreich keine Kündigung der Mitgliedschaft schweizerischer Herren und Firmen eingegangen sind. » Laufend neue Beitritte.

Albrecht, Tagesmeldung der Abtlg. VI (Vertraulich!), 15.9.1944:


Bericht zur Sitzung des Arbeitskreises für Aussenwirtschaftsfragen am 14.9.1944. Schlotterer gab Überblick über aussenwirtschaftliche Lage: .. Schweiz habe Wunsch für neue Verhandlungen gestellt. Sie wolle weiterhin Rüstungslieferungen abbauen. « Das Reichswirtschaftsministerium will einen vertragslosen Zustand vermeiden, das Rüstungsministerium ist zum Teil anderer Auffassung. Das Reichswirtschaftsministerium legt Wert auf die weiteren Stromlieferungen der Schweiz nach Südwestdeutschland, auf die Schweizer Transitleistungen, auf bestimmte Einzellieferungen und die Goldumwandlungsmöglichkeiten. Deutscherseits müssten monatlich 150000 t Kohle und 10000 t Eisen geliefert werden. Eine weitere Verschlechterung der militärischen Lage würde das deutsche Interesse an den schweizer [sic] Leistungen wesentlich vermindern. » [!!!!!!???????]
« Dänemark gilt zur Zeit mit Rücksicht auf seine bedeutenden Lieferungen als wertvolles Ausfuhrland. »
« Im übrigen führte Dr. Schlotterer aus, dass die bisherigen Ein- und Ausfuhrplanungen völlig über den Haufen geworfen seien und man davon Abstand genommen habe, neue Pläne aufzustellen. Man beschränke sich darauf, die wirtschaftliche Ausnutzung des noch vorhandenen Raumes zugunsten Deutschlands zu forcieren trotz wachsender Widerstände in den betreffenden Ländern. Im wesentlichen wird Deutschland wirtschaftlich ebenso wie militärisch nur mit seinen eigenen Kräften rechnen können. Umso dringlicher sei es, die im Augenblick noch vorhandenen aussenwirtschaftlichen Möglichkeiten zur Stärkung des deutschen Wirtschaftspotentials auszunutzen. » (Türkei, Schweden, Schweiz, Ungarn, Slowakei, Kroatien, Dänemark)
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