Language: ns
1943 - 1945
NARA; RG 107, Entry 141, Box 264
Information Independent Commission of Experts Switzerland-Second World War (ICE) (UEK)
Info UEK/CIE/ICE ( deutsch français italiano english):
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War Department records for Harold H. Neff (RG 107, Entry 160). These records again confirm the hostility of the War Department, and especially Under Secretary Patterson to the Swiss position. These impressions were further strengthened by my search through the Administrative Office Classified Decimal File (Entry 141).

Zu RG 107, Entry 141, Box 264: A series of documents from the War Department explaining their position toward the Swiss.



RG 107, Entry 141, Box 264



einzelne Dokumente:



Memorandum Neff an Patterson, 11.11.1943, "Subject: legality of Swiss shooting Down Allied Planes"


[KOPIE]

"But I believe that a full study of the facts and law may well show that Switzerland has so bowed to German will that, if we see fit, we may justly consider that she has forfeited her neutral rights."
Beispiele für Unterwerfung der Schweiz unter Deutschland:
1) Deutsche Grenzkontrollen auf ihrem Gebiet
2) Verdunkelung
3) "She permits German censorship of her mail, presumably at the border, although I don't know the exact facts."
4) Schweiz "has committed by the principles of international law a whole series of unneutral acts in favor of the enemy", darunter:
  • Handel mit dem Feind [genaueres siehe dort...],
  • Kredite an Deutschland,
  • "Switzerland has not acted equally vis-a-vis the two sets of belligerent powers, thus violating the basic principle of neutrality."

Es wird dann eingeschränkt, dass Schweiz vollständig von Achse umgeben sei (und dass so ein Fall bisher noch nie vorgekommen sei).
Es sei fraglich, ob sich die Schweiz noch auf Neutralitätsrecht berufen könne. Folgerung:
"I would believe, therefore, that a complete study of all the pertinent facts and law would lead to the conclusion that the act of shooting down the plane on the part of Switzerland is without legal justification and that, therefore, if we wanted to we could justly use any retaliatory act we desired."
[Bemerkung: Oft sagt der Schreiber, dass er die genauen Fakten nicht kenne.]



Memorandum Patterson "for the Chief of Staff", 17.5.1944


[KOPIE]

Ist gegen Petroleum-Lieferungen an die Schweiz, wie es State Department vorschlägt.
1) Schweizer Wirtschaft "is geared to the German war machine".
2) Petroleum ist knapp im deutsch besetzten Europa. Umso mehr würden Deutsche von diesen Lieferungen an die Schweiz profitieren. Zudem besteht Gefahr, dass das Petroleum gar nicht bis in die Schweiz kommt. Zudem Gefahr, dass Petroleum auf dem Schwarzmarkt von der Schweiz nach Deutschland verkauft würde.
3) Zweifelhaft, oft die Schweiz wie versprochen ihre Lieferungen an Deutschland kürzen würde. "We have no way of knowing the full extent of Swiss trade with the enemy, much of it undoubtedly moving in the black market."
4) "In my view, trade with Switzerland is a form of trade with the enemy, conducted through a third party under the enemy's control."


Memorandum Neff an Patterson, 24.6.1944, "Subject: Petroleum to Switzerland"


[KOPIE]

FEA meldet, dass keine petroleum products in die Schweiz gelangten noch momentan gelangen (solange Schweiz nicht Konzessionen macht).


Patterson an W. B. Smith (Chief of Staff European Theater of Operations, U.S. Army, Versailles, France), 27.1.1945


[KOPIE]

Currie werde bald in die Schweiz fahren. War Department hat starke Interessen bez. den Verhandlungen:
  • Reduzierung / Eliminierung Alpentransit
  • Reduzierung / Eliminierung Schweizer Exporte nach Deutschland, inklusive Stromlieferungen und "intelligence and other facilities

Schweiz kann folgende Dienstleistungen bringen:
  • bez. Kriegsgefangenenbehandlung
  • "Furnishing certain supplies"

Hauptmittel gegen die Schweiz kann sein: Verhinderung des Transits ihrer Waren durch Frankreich


Patterson an Currie, 27.1.1945, "Switzerland"


[KOPIE]

Gibt ihm "the War Department point of view relative to the policy to be pursued on the economic aid furnished to the Germans by the Swiss".


Patterson an McCloy, 19.2.1945


[KOPIE]

Bis 1944 waren Schweiz gezwungen, für Deutschland zu arbeiten (um Kohle und anderes zu bekommen). "The point in our polixy that seemed unsound to me at the time was that we were sending food stuffs to Switzerland for which we got nothing of real value in waging war. In other words, we were helping to feed the Swiss while they were working for the Germans."
1944 änderte sich dies, Schweiz ist keine Insel mehr. Schweiz wollte sofort von Alliierten Rohstoffe, lieferte aber weiter an Deutschland. Schweizer wollen nicht nachgeben: "They pleaded their neutrality, their aid to our men held as prisoniers of war and their future contribution to reconstruction of Europe."


Patterson to Clayton (State Department), 27.2.1945


[KOPIE]

Über die Abwicklung von Zügen von Spanien über Frankreich nach der Schweiz (es können täglich bis zu sechs Züge sein).
War Department will diese Transporte gestatten (solange die Transportlinien nicht für Militäraktionen gebraucht werden), wenn Schweiz verspricht, die Lieferungen nach Deutschland stark zu reduzieren.


Dean Acheson an Patterson, 9.6.1944


[KOPIE]

Über Schweizer Uhrenexport nach USA.
Berichtet über die Verhandlungen in London, die das am 1.7.1944 auslaufende Abkommen ersetzen sollen. Ziele der Alliierten sind Reduktionen der Schweizer Exporte nach Deutschland, Beendigung des Schweizer Handels mit Japan und Reduktion des Transits.


Crowley an Patterson, [abgestempelt 13.6.1944]


[KOPIE]

Ist der Meinung, dass Schweizer Uhren für USA "not absolutely vital for the prosecution of the war" sind (diese Meinung wird auch vom War Department geteilt). Umgekehrt gibt es Briefe von der Navy, die ziemlich dringend den Bedarf an Uhren anmelden. US-Industrie könne diese Nachfrage nicht abdecken, "since our watch factories are now engaged in producing goods highly essential to the war effort, such as fuses. The only abailable foreign source for watches is Switzerland."
Es bestehe keine Gefahr, dass Gelder aus diesen Exporten an die Deutschen gelangen können, weil ja mit blockierten Dollars bezahlt würde. Allgemeine Politik der Importbeschränkung nach Schweiz würde nicht tangiert (so hätten 1943, als alle Importe in die Schweiz gestoppt waren, der Schweizer Uhrenexport nach USA zugenommen).
Schweiz habe immer Nahrungsmittel importiert; ausgeführt habe sie vor allem Milchprodukte. Diese Ausfuhren (nach Deutschland) konnte man nun reduzieren.
Wenn man keine Uhren aus der Schweiz importiere, so würden diese Fabriken Zünder u.a. für die Deutschen herstellen (oder qualifizierte Arbeiter würden nach Deutschland abwandern).
Es sei falsche Politik, mit der Eliminierung des Handels mit der Schweiz denjeniger der Schweiz mit Deutschland zu reduzieren. Eher würde dieser dann zunehmen. Folgerung: Handel USA-Schweiz weiter betreiben. Es gebe keine Gründe bez. economic warfare, auf den Uhrenimport aus der Schweiz zu verzichten.


Patterson an Acheson [abgestempelt 21.6.1944]


[KOPIE]

[allgemein: will gegenüber der Schweiz harte Linie fahren.]
"As you know, the Germans have extracted from Switzerland, since the war, goods largely exceeding the quantity flowing in from them, as measured by the vast credits extended by the Swiss to the Germans, knwon to amount to one billion Swiss francs or meore. how much these credits have actually been, I do not suppose we will ever know."
Diskussion über Nahrungsmitteleinfuhren in die Schweiz: Solange die USA das tun, werde die deutsche Kriegsmaschinerie unterstützt.
Im ersten Weltkrieg seien Deutsche auch daran interessiert gewesen, dass Schweiz Importe von der Entente bekomme.
Solange Deutschland weiterhin Waren von der Schweiz bekommen, solle man über den ganzen US-Handel mit der Schweiz diskutieren.
Zitiert Hull vom 9.4.1944: "We can no longer acquiesce in these nations' drawing upon the resources of the Allied World when they at the same time contibute to the death of troops whose sacrifice contibutes to their salvation as well as ours."


Patterson an Secretary of State, 21.6.1944


[KOPIE]

Sagt, dass aus Sicht der Armee Schweizer Importe nicht "essential" seien.


Patterson an Crowley (FEA), 21.6.1944


[KOPIE]

Bezieht sich auf Crowleys Brief vom 13.6.1944 (siehe oben), referiert dessen Position und stellt nochmals seine dar. Zitiert wieder Hull vom 9.4.1944.


Currie an Patterson [abgestempelt 29.6.1944]


[KOPIE]

Bezieht sich auf Anhang (Tabellen über US-Handel mit der Schweiz, die nicht kopiert sind).
Zitiert einen Brief der Army Air Forces, in denen die Lieferungen der Schweiz als "essential" bezeichnet werden ("certain machines, perishable tools, pinions and pinion cutters, and jewel bearings servers to accelaerate our manufacturing programm on the aircraft instruments, navigation watches, and elapsed timers which the Bulova Watch Company is producing for the Army Air Forces").
Frage, ob nun unbedingt notwendiger Bedarf an Schweizer Produkten bestehe oder nicht, sei schwierig zu beantworten. Auf jeden Fall werde diese Überlegung keinen Einfluss haben über "economic warfare questions affecting Switzerland". Man wolle auf die schweizerische Unterstützung Deutschlands auf einem Minimum halten. Sie wollen ihre Exporte nach der Schweiz aufrechterhalten gegenüber Konzessionen der Schweiz zur Reduzierung ihres Exports nach Deutschland. Das Abkommen vom 19.12.1943 werde momentan neu verhandelt, und die Schweizer hätten weitere Konzessionen gemacht.
Das Dezember-Abkommen sei genau diskutiert worden und man sei überzeugt, dass es zum Vorteil der USA gewesen sei. Während zweier Jahre seien die Exportquoten nach der Schweiz reduziert worden. Will an gegenwärtigem Kurs festhalten (es wäre schlecht, wenn die Schweiz wieder die Mengen von 1943 nach Deutschland exportieren würden).
Nur weil die Deutschen den Schweizer Handel mit den USA tolerieren, heisse nicht, dass sie davon profitierten [so behauptet es Patterson - und was den Deutschen nützt, schadet den Alliierten].
Sie hätten aus den Fehlern des Ersten Weltkrieges gelernt.


Patterson an Currie, 12.7.1944


[KOPIE]

Bezieht sich auf Brief von Currie an ihn (29.6.1944)
Weitere Untersuchungen hätten ergeben, dass Importe aus der Schweiz nicht essentiell seien. Ist besorgt, dass der Handel mit der Schweiz weitergehe. "They [the figures] show that we have been feeding Switzerland while she was using her productive capacity essentially for the German war machine."
Erklärt nochmals seine Position (auch mit Handelszahlen). Er zweifelt an den Schweizer Statistiken.
Stellt Schweizer Handelsbilanz (negativ) dem Clearingkredit gegenüber [und versteht nicht, warum dies möglich ist], redet dann allerdings von "intangibles", d.h. immateriellen Werten. "That would be constituted, I suppose, prinipally of freight charges and financial services." Er wünscht eine Statistik, die den Handel der Schweiz mit den verschiedenen Blöcken darstellt.
Ihn erstaunt, dass man der Schweiz rare Nahrungsmittel geschickt habe, während sie nur Luxusdinge exportiere (Uhren, Chemie). Umgekehrt sind die Schweizer Exporte nach Deutschland kriegswichtig.
"I think the time is at hand, in view of the changed military situation, when we should demand that Switzerland stop all her aid to the German war machine. That would correspond with the decision made today as to Sweden."


Neff to Patterson, 26.6.1944, "Subject: Switzerland"


[KOPIE]

mit drei Telegrammen als Beilagen (siehe unten). Wichtige Punkte seien:
1) Neues Abkommen sei trotz Auslaufen des alten Ende Juni noch nicht geschlossen. Schweizer haben Reduzierung ihres Exports nach Deutschland vorgeschlagen. MEW und London American Embassy wollen dies akzeptieren.
2) Schweiz habe eine globale Limite für jede einzelne Ware [item ?] vorgeschlagen.
3) US- und britische Regierung schlagen keine weiteren "tranches" im Compensation Deal vor.
"Apparently, therefore, FEA and State have abandoned using the Compensation Deal as a means of expanding exports to Switzerland. Undoubtedly, the action of the Army and Navy in this regard has had effect."


Telegramm State Department und FEA an Lovitt (London), 19.6.1944


[KOPIE]

Stellungnahme State Department und FEA.
1) Schwarze Listen seien ein gutes Mittel, um die Schweiz zu Konzessionen zu zwingen.
2) Verhandlungen können nicht bis Ende Juni abgeschlossen werden. Für Interimsphase soll Schweiz Exporte auf einem Minimum halten, umgekehrt würden Alliierte ihre Exportquoten einhalten.
3) Schweizer Vorschlag von global ceilings für einzelne Warengruppen; alliierter Gegenvorschlag: zwei global ceilings (für Deutschland und für andere Achsenmächte).
4) Sie werden keine weiteren Tranchen im Compensation Deal fordern (so könne man Schweizer Export nach Deutschland leichter reduzieren).
5) Sie wollen weitere Informationen haben über: Details...
6) Betr. einzelne Warengruppen... Wollen von Bern bessere Vorschläge haben.
7) Möglichst schnell einen Schweizer Vorschlag haben.


Paraphrase of Telegram: Amerikanische Botschaft London an Secretary of State, 21.6.1944


[KOPIE]

Von Lovitt für State Department, FEA und Riefler.
Antwort auf obiges: ...


Paraphrase of Telegramm: Amerikanische Botschaft London an Secretary of State, 14.6.1944


[KOPIE]

Über den Verlauf der Verhandlungen. Detailfragen..., Schwarze Listen...


Dokumente von Dezember 1944 bis Januar 1945


[KOPIE]

nicht näher angeschaut.

teilweise relevante Aussagen, welche vor allem die kooperative Seite des State Departements belegen
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