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1937 - 1941
PA/AA Bonn; Gesandtschaft Bern 3083;
Schweizerische Arbeitskräfte für Deutschland und Rückführung reichsdeutscher Facharbeiter April 1937 bis August 1941
Information Independent Commission of Experts Switzerland-Second World War (ICE) (UEK)
Info UEK/CIE/ICE ( deutsch français italiano english):
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Seit 1937 erste Pläne für Einsatz von Schweizer Arbeitskräften. Vor allem aber für Landwirtschaft, so etwa Schweizer Melker.

Deutsches Konsulat St. Gallen an Deutsche Gesandtschaft Bern, 31.12.1938


Arbeitsämter im hiesigen Amtsbezirk würden Abwanderung von [arbeitslosen] Arbeitskräften nach Deutschland nicht ablehnend gegenüberstehen, aber Regierungsstellen aus politischen Gründen dagegen.

"Bieler Uhrenarbeiter für Deutschland", in: "Bund" 20.1.1938

eine Anzahl Uhrenarbeiter [es waren 30-40] sei nach Pforzheim abgereist und dort festlich empfangen worden. Inserate haben angeworben. Amsstellen waren dagegen, weil sie im Land selber beschäftigt werden sollten.

"Eine Gefahr für die schweizerische Uhrenindustrie", in: Basler Nationalzeitung 27.1.1939 (Nr. 45)

Das Dritte Reich sei der Schweiz nicht nur politisch sondern auch wirtschaftlich gefährlich. deshalb sollten Behörden einschreiten, dass nicht Qualitätsarbeiter abwandern und dadurch dem schärfsten Konkurrenten auf Absatzmarkt zu helfen.

Geheime Staatspolizei (Geheimes Staatspolizeiamt) an das AA, 7.3.1939


gehässige Artikel dagegen. zur zeit etwa 400-500 Schweizer in Pforzheim beschäftigt. Vergleiche mit damaliger Auswanderung nach Russland, dass sie auch dort nicht das erwartete was ihnen versprochen worden war. Bundespolizei ginge schon laut Zeitungsbericht gegen Auswanderer vor und Schweizer Regierung wolle Gesetz machen.

[AA?] Dokument, 16.5.1939

Deutsche Gesandtschaft Bern habe am 29.12.1938 ein Aide-memoire dem BIGA überreicht wegen Möglichkeit zur Anerbung von Arbeitskräften, weil in Deutschland grosser Bedarf an ausländischen Arbeitskräften.

Clerainglage ist auch so, dass keine Überweisung der Löhne nach der Schweiz gut möglich ist (RWM)

Präzisions-Schleif- und Fräswer GmbH Zwiesel/Bayerischer Wald an das Schweizerische Generalkonsulat München: setzt sich für Verbleib zweier Schweizer in Ausbildung der Lehrkräfte tätig, dass sie nicht in Schweizer Wehrdienst müssen
Anfrage Deutsche Gesandtschaft bei EVD

Der Reichsarbeitsminister an das AA, 15.12.1939


Die Wirtschaftsgruppe Feinmechanik und Optik beantrage die Rückführung von Reichsdeutschen Facharbeitern, die bei Firma Wild-Heerbrugg arbeiten, weil ausserordentliche Anforderungen der Wehrmacht an die optische Industrie. Carl Zeiss Jena übernehme sie.

Köcher (Dt. Gesandtschaft) an AA, 19.3.1940


Seit Herbst 1938 verschiedene Aufträge, Arbeitskräfte anwerben zu helfen. "Neuerdings hat der Beauftragte für den Vierjahresplan um sofortige Vermittlung von Arbeitskräften für die Fabriken der Gesellschaft für technisch-wirtschaftliche Entwicklung m.b.H., Berlin W.9, in Morchenstern und Reichenau bei Gablonz, Sudentengau, gebeten." Diese Aufgabe sei einem Angestellten der Gesandtschaft [Osthoff?] übertragen worden. "In allen Fällen wurde die Beschaffung der Arbeitskräfte als eine Frage von grösster Bedeutung und Dringlichkeit bezeichnet."

Köcher an AA, 28.11.1940


"Seit dem Frühjahr dieses Jahres wird die Rückführung der reichsdeutschen Facharbeiter aus der Schweiz von der Gesandtschaft im Zusammenwirken mit den hiesigen Hoheitsträgern planmässig durchgeführt. Infolge dieser Massnahme befindet sich z.Zt. nur noch eine geringe Anzahl deutscher Facharbeiter in der Schweiz, die für den Arbeitseinsatz in Deutschland meistens nicht in Betracht kommen. Die Anwerbung durch einen Beauftragten des Landesarbeitsamts Südwestdeutschland halte ich daher jetzt nicht mehr für erforderlich."

Verfügung der Schweizer Militärbehörden, dass Auslandsurlaube an schweizerische Wehrpflichtige nur erlaubt, wenn Konsulate erklären, dass sie ungehindert wieder nach der Schweiz zurückkönnen.

H. Klenk (?, GTWE Berlin) an den Landesgruppenleiter der AO der NSDAP für die Schweiz v. Bibra), 11.12.1940
Verbindungsstellen-Leiter zu Ministerien suche einen Ingenieur.

Getewent sei für Vermittlung von reichsdeutschen Arbeitern (???)


Hetzell (Der Reichsarbeitsminister), Einsatz schweizerischer Facharbeiter im Reich, 15.8.1940 (Abschrift)
Die Lage des Arbeitseinsatzes, vor allem in Betrieben der Eisen- und Metallwirtschaft und Bauwirtschaft, "liesse den Einsatz schweizerischer Facharbeiter im Reich wünschenswert erscheinen." Aber nur solche, deren polizeiliche Zuverlässigkeit und politische Einstellung keine Bedenken bestehen. "Aus den Ausführungen des Konsulats in Basel geht hervor, dass bei der zumeist deutschfeindlichen Haltung der schweizerischen Bevölkerung eine Beurteilung der politischen Einstellung der in Frage kommenden Personen in der Regel nicht möglich ist." Unter diesen Umständen verpsreche er sich keinen grossen Erfolg dieses Anwerbungs-Versuchs. Aber Konsulate könnten ja die Einstellung feststellen. Deshalb sende er eine Anzahl Bewerbungsbogen für Facharbeiter der Metall-, Eisen- und Bauwirtschaft, insbesondere an die Konsulate Basel und Genf zu verteilen. Die Interessenten sollten ausfüllen und an ihn zurückschicken. Dann werde er von Fall zu Fall entscheiden. Bei Konsulat Anfrage des Rüstungsarbeiters Osterwalder, dieser Fall sei schwer zu beantworten. Wenn er nicht politisch als einwandfrei bezeichnet werden kann, dann nicht.

von Haeften (deutsches Konsulat Basel) an den Leiter der Reichsstelle für arbeitsvermittlung, 16.7.1940
die täglich grösser werdenen Schwierigkeiten auf Arbeitsmarkt hatten zur Folge, "dass jetzt zahlreiche Nachfragen von schweizerischen Staatsangehörogen über die Möglichkeit einer Arbeitsaufnahme in Deutschland beim Konsulat eingehen." Deutsche Arbeitsbehörden würden diese jedoch fast ausnahmslos ablehnen. Deshalb Bitte um grundsätzliche Beurteilung.

Konsulat Genf: Georges Osterwalder habe bei Hispano-Suiza als Facharbeiter bei Abt. Frädung für Maschinenkanonen tätig gewesen. War bei japanischen Firmen beschäftigt, bei SIG Neuhausen und Oerlikon-Werkzeugmaschinenfabrik. Voraussichtlich würden durch schweizerische Demobilisierung viele Facharbeiter freiwerden.
Im dezember 1940 hatte Konsulat immer noch keine Entscheidung erhalten, ob der hervorragende Facharbeiter nach D dürfe oder nicht.

Hetzell (Reichsarbeitsminister) an Deutsche Gesandtschaft Bern, 20.2.1941


Der Verband schweizerischer Vermessungstechniker VSVT in Bern habe bei der AO Arbeitsfront angefragt, unter welchen Voraussetzungen Angehörige dieses Verbandes in Deutschland eingestzt werden könnten. Kräftemangel an Vermessungstechnikern in D, aber politische Einstellung prüfen. Wegen Lohntransfer kann keine Zusicherung gegeben werden.

Nostitz (Getewent) an Osthoff, 29.3.1941

Bitte, soweit irgend möglich auf die Rückwanderung der genannten Reichsangehörigen hinzuwirken.

Kaufmann (BIGA) an das Deutsche Konsulat Lugano, 23.4.1941


Es war in letzter Zeit möglich, Schweizer Arbeitskräfte D "zur Verfügung zu stellen und die Vermittlung dorthin zu erleichtern". Die beiderseitigen Grenzarbeitsämter stehen miteinander in direkter Verbindung. Im vorliegenden Fall müsse man jedoch leider mitteilen, dass man selber zu wenig Steinmetze habe.

Bibra, Notiz, 12.7.1941

Besprechung mit Feldscher über die Frage des Arbeitseinsatzes von schweizerischen Spezialarbeitern, für Deutschland. Uebereinkunft, dass diese Thema von Nostitz [Getewent] mit Herrn Jobin bei der BIGA weiter behandelt wird. Feldscher werde Nostitz bei Jobin einführen.

Nostitz, Aufzeichnung, 29.7.1941


Frage des Arbeitseinsatzes von Schweizer Spezialarbeitern insbesondere Metallarbeiter und Bauhandwerker habe er mit Vizedirektor des BIGA Oberstleutnant Kaufmann besprochen (weil Jobin verreist). Kaufmann sagte, dass sich auch in der Schweiz allmählich ein bedrohlicher Mangel an Arbeitskräften fühlbar mache. Zahl der Erwerbslosen sei im Juli auf 4000 zurückgegangen. Besonders Mangel an Metallarbeitern. "Dabei sei zu beachten, dass ein grosser Teil dieser Leute in Fabriken arbeite, die für uns tätig seien." Deshalb keine Aussichten, dass den Arbeitern Auslandsurlaub gewährt werden könne. Nostitz: aber Demobiliserung. Kaufmann: das stimme, aber diese Leute seien fast restlos in wenigen Tagen vom Arbeitsmarkt aufgesogen worden."
"Auf jeden Fall betonte er, dass die Biga gern bereit sei, uns, soweit dies unter den erschwerten Umständen möglich sei, entgegenzukommen. ER schlug vor, dass die Gesandtschaft der Biga einzelne Fälle, an denen uns besonders gelegen ist, zur Kenntnis bringt." Dann Prüfung ob Möglichkeite diese Arbeiter aus der Shweizer Wirtschaft herauszuziehen.
z.K. an Minsiter, Bibra und Osthoff

Köcher an AA, 4.8.1941


"Dass die Anwerbung von Arbeitern aus der Schweiz zur Zeit allgemein gesperrt wäre, kann ich nicht annehmen, da die Gesandtschaft sowie die hiesigen Parteidienststellen von den zuständigen Behörden in Berlin mit der Anwerbung schweizerischer Arbeitskräfte in möglichst grossem Umfange besonders beauftragt worden sind, wobei die Beschaffung von Arbeitskräften im Rüstungsinteresse ständig als besonders dringlich bezeichnet wurde."

Krauel (Deutsches Konsulat Genf) an AA, 5.8.1941


immer mehr Anfragen von Schweizern beim Konsulat, die Arbeitsplätze suchen. Wenn Bedarf dann Weiterleitug an Reichsstelle für Arbeitsbeschaffung oder Landesarbeitsamt.
In letzter Zeit Schwierigkeiten, die vorher nicht bestanden hätten. So keine Antworten aus D oder keine Einreiseerlaubnis. [S. Antowort Köcher]

Köcher an die Berufs- und Wahlkonsulate, 7.8.1941


zur schnelleren Bearbeitung der Gesuche der Gesandtschaft schnell weiterzuleiten. Dann von Gesandtschaft aus Bearbeitung zusammen mit Landesgruppe, mit Herrn Osthoff.
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