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1943 - 1944
BArch Berlin; R 3, 1941;
Information Independent Commission of Experts Switzerland-Second World War (ICE) (UEK)
Info UEK/CIE/ICE ( deutsch français italiano english):
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- alle Dokumente liegen als KOPIEN vor


* Protkoll Nr. 7 der Monatsbesprechung des Europakreises, 29.8.1944 (Geheim!):


Anwesend: Blessing, Karoli, Köster, Lindemann, Major MOmm, Rasche, Rohdewald, Hauptmann Toepfer, Vits, Welter, Wolzt.
Vorträge zu Frankreich, Rumänien, Bulgarien, Niederlande, Ungarn, Slowakei, Italien, Schweiz, Schweden.

Lindemann zur Schweiz:
SChweiz habe in Verhandlungen Leistungsbilanz gefordert. "Deutscherseits werden die für das 2. Semester vereinbarten Lieferverpflichtungen wahrscheinlich aus kriegsbedingten Gründen nicht voll erfüllt werden können, wodurch die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung des Handelsvertrages seitens der Schweiz besteht. Staatsrat Lindemann ist der Ansicht, dass die Schweiz aus materiellen - in erster Linie aber aus ideologischen - Gründen stets bestrebt sein wird, entsprechend ihrer jahrhundertealten Politik der absoluten Neutralität ihre neutrale Stellung gegenüber dem Reich unter allen Umständen aufrechtzuerhalten. Naturgemäss spielt dabei die völlige Abhängigkeit des Landes von deutschen Kohlenlieferungen auf längere Sicht eine gewichtige Rolle."
Sollten die Lieferverpflichtungen nicht eingehalten werden können, so empfiehlt Lindemann dies rechtzeitig offen mit den Schweizern zu besprechen, "anstatt die Dinge laufen zu lassen und alsdann neben [? unleserlich] einer Verärgerung der Schweiz einer vorzeitigen Kündigung des Handelsvertrages gewärtig sein zu müssen, die insbesondere mit Rücksicht auf die über den Schweizer Markt laufenden internationalen deutschen Finanzinteressen durchaus unerwünscht wäre. Bei aller Bereitwilligkeit der Schweiz, jederzeit einen handelspolitischen modus vivendi mit Deutschland zu finden, ist jedoch zu beachten, dass die Schweizer sich unter keinen Umständen zu einer Erhöhung ihrer Kreditlinie gegenüber dem Reich bereitfinden dürften."

Prof Welter will Europa-Plan Riedls veröffentlichen:
Lindemann: "warnt auf das dringendste vor einer Veröffentlichung, insbesondere im Hinblick auf die Wirkung im gegenwärtigen Zeitpunkt in der Schweiz und Schweden."


* Protokoll Nr. 5 der Monatsbesprechung des Euopakreises, 27.6.1944:


Portugal:
Im Gegensatz zu Spanien habe Portugal gesamten Wolframexport unterbunden und Produktion offiziell eingestellt. Trotzdem bestehe die Möglichkeit auf dem Schwarzmarkt Wolfram zu erwerben. Toepfer empfiehlt deshalb Schaffung geeigneter Kulisse, weil Briten intensive Anstrengungen um Wolframexport nach Deutschland zu unterbinden.
Wolzt berichtet über Schweiz:
Schweiz stehe unter sehr aktiven Feindpropaganda. SNB habe Abgabe an Gold an Ausländer mit Ausnahme an deutsche Käufer freigegeben. Es bestehe in der Schweiz eine grosse Nachfrage an Pengö-Noten, die Kurs verdoppeln konnten. Jedoch nur geringe Umsätze. Ausserdem 2 kleine Wolfram-Partien verfügbar. Partisanen hätten Eisenbahnverbindung mit Frankreich unterbrochen, so dass kaum mehr Handel mit Übersee.
Türkei:
Frage des Chromerzexports nach Deutschland und Durchfahrt deutscher SChiffe durch Bosporus habe grosse Spannung in Kabinett und zum Rücktritt des Aussenministers geführt.

Kontakte zu Persönlichkeiten der Wirtschaft im Ausland.
nur Vorbereitungen. Wichtig bei GEsprächen werde die Frage der Nachkriegsgestaltung des kontinentaleuropäischen Wirtschaftsraumes sein. Insbesondere mit kleinen Ländern müsse man versuchen deren Minderwertigkeitskomplexe zu beseitigen. Kehrl betont, dass Deutschland keine Monopolstellung in Europa wolle, sondern Zusammenarbeit. Besuche in deutschen Fabriken. Deutsche Zellstoffindustrie plane Einladung führender schwedischer Wissenschaftler. Dort lebhaftes Interesse. Toepfer und Wolzt berichten über Reisen nach Spanien und die Schweiz. "Grundsätzlich begegnete der Gedanke lebhaftem Interesse." Es wurde bedauert, dass Deutschland erst im 5. Kriegsjahr derartige Überlegungen anstelle und man Missverständnisse von früher dadurch hätte vermeiden können. "Wolzt erinnert an seinen, bereits früher vorgetragenen Vorschlag, die leitenden Herren der grossen deutschen Tochtergesellschaften schweizerischer Konzerne einzuschalten, die in regelmässigem Kontakt mit den führenden Wirtschaftspersönlichkeiten der Schweiz stehen und wird entsprechende deutsche Persönlichkeiten in Vorschlag bringen."
Blessing will aufzeigen, dass Alliierte bereits nach dem Ersten Weltkrieg völlig unfähig gewesen seien, eine funktionierende Neugestaltung der Weltwirtschaft aufzubauen.
Kehrl: es sei weiterhin erwünscht, die Pläne und Vorstellungen des befreundeten und neutralen Auslandes der Neuordnung nach dem Krieg kennenzulernen.

* Hugo Stinnes an Köster (Planungsamt), 20.6.1944: Wirtschaftliche Zusammenarbeit Deutschlands mit den umliegenden Staaten


* Protokoll Nr. 4 des Europakreises, 30.5.1944:


Kontakte mit führenden Persönlichkeiten im Ausland.
Abs zur Schweiz:
Verhandlungen über Stillhalteabkommen unter seiner Mitwirkung in Bern. Der Schweizer Aussenhandel stehe weitgehend unter der Furcht, auf die alliierten Schwarzen Listen gesetzt zu werden, wenn sie Umsätze mit deutschen Partnern intensivieren.
Toepfer regt an, ebenfalls Listen zu erstellen, um Neutrale unter Druck zu setzen.

* Hugo Stinnes an Köster, 27.5.1944:
Verhandlungen mit Schweden

* Protokoll Nr. 3 des Europakreises, 25.4.1944:


Schweden, Dänemark, Besuche ausländischer Wirtschafter, Ungarn, Slowakei, Finnland, Rumänien,


* Wilhelm Voss, Bericht über die Lage in Rumänien, ?:


* Toepfer an Köster, 6.4.1944:


Spanien verbiete seit 2 Monaten Wolframexporte nach Deutschland und Transit aus Portugal. "Die Spanier sind offensichtlich geneigt, deutsche S-Käufe gegen Barzahlung [unterstrichen] sowie deren Abtransport und Grenzübergang, wenn alles geschickt genug gemacht wird, zu tolerieren."


* Vermerk über die Sitzung am 15. März über Währungsfragen, 20.3.1944:


* Köster an Kehrl, 20.3.1944:


Er übersende ihm den Bericht von Wolzt über die SChweiz und einen ersten Teilbericht von Müller - Lonza über Vorräte der Schweiz an Legierungsmetallen [beide sind nicht vorhanden] (Saager habe auch Durchschlag erhalten)


* Ein Bericht über schlechtes Vorgehen des OKW in Schweden, ?:


* Notiz für Herrn Präsident Kehrl, 2.3.1944:


Toepfer habe in gestriger Sitzung berichtet über alliierter Druck auf Spanien und Portugal: "Aus dieser Situation ergibt sich die Notwendigkeit für uns, möglichst freie Peseten in die Hand zu bekommen, um mit diesen freien Peseten getarnt zu kaufen. Spanien würde, da es uns freundlich gegenübersteht, solche getarnten GEschäfte tolerieren." Organisation Bernhard kaufe Wolfram auf deutsche Rechnung. Engländern ist dies bekannt. Deshalb besser Tarnung mit Spaniern. (KOPIE)

* Kehrl an Voss, 22.1.1944: Aufgaben für die Arbeiten des Europa-Kreises für die Länder Rumänien und Serbien (KOPIE)

* Vortrags-Notizen (Kehrl?) für Europakränzchen am 16.12.43 im Emplanade, ?:


Krieg gegen Russland als "Europäischer Kreuzzug". Schwindender Glaube an deutschen Sieg. Clearingschulden europäische Schulden. REgierungswege zur Ausnutzung Europas nicht mehr erreichbar. Grosse Möglichkeiten des Wirtschaftspotentials Schweiz, Schweden und Südosten. Private Kontakte. Vergabe von Lizenzen, ERfahrungen, Betriebsberatungen. Personelle Auflockerung der REgierungsverhandlungen durch Persönlichkeiten aus der Wirtschaft (-> Lindemann, Abs). Glaubewürdigkeit und Einfluss Privater grösser. (KOPIE)

* Ideen zur europäischen Wirtschaftsplanung, 19.10.1943:

* Anlage zur Denkschrift über Europäische Wirtschafts-Planung, 13.9.1943:


Praktische Vorgänge, die in den Aufgabenbereich des Planungsstabes Europa gehören: 1) "Nutzbarmachung des erheblichen Kraftstromüberschusses der Schweiz für die stark unter Strommangel leidende südfranzösische Industrie". 2) "Nutzbarmachung der brach liegenden Produktions-Kapazitäten in billigen Schweizer Uhren für einen Verkauf an die Bauern der Ostgebiete im Austausch gegen Flachs und Hanf". 3) Aus Frankreich Schrott, gebrauchte PKWs nach Spanien liefern gegen Rücklieferung von Wolfram. 4) "Vermittlung rumänischer Getreide-Lieferungen an die Schweiz gegen Rücklieferung von Werkzeugmaschinen und Waffen an Rumänien, um damit einmal die Schweiz von den Getreide-Lieferungen der Feindmächte unabhängig zu machen, andererseits ds rumänische Rüstungs-Potential zu stärken, ohne Inanspruchnahme des deutschen Rüstungs-Potentials."

* Denkschrift betreffend Europäische Wirtschafts-PLanung, 13.9.1943:


Befreundete und neutrale Länder: "Deutschland hat die Liefer-Möglichkeiten dieser Länder durch weitgehend planlose Käufe rücksichtslos ausgenutzt. Die Finanzierungs-Möglichkeiten bei diesen Ländern sind völlig erschöpft." [Fragezeichen hinter dieser Bemerkung, von wem?](KOPIE)

* Köster, Vorschlag zur Mobilisierung der europäischen Wirtschaftsreserven, ?:

* Köster, Europäische Wirtschaftsplanung, ?:

* Köster, Arbeitsplan für Europakreis, ?:

* Köster, Organisation der Kehrl-Abende, ?:
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