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SBV / IG Chemie-USA
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SBV / IG Chemie-USA
870'002'001


Schmales Dossier 1942-1948, beginnend mit Schreiben Iselins an Dr. Max Staehelin, 29.4.1942, der sich namens des SBV, zus. mit SKA, bereit erklärt habe, «das Begehren der IG Chemie wegen einer diplomatischen Intervention der Schweiz in den Vereinigten Staaten zu unterstützen», wofür Iselin dankt. Es folgt Brief an Kohli/PD vom 9.5.1942 (schon vorhanden).

3.7.1944, Iselin an Gen.dir. SBV. Man habe immer noch nichts erreicht beim PD, bittet um erneute Aktion, gemeinsam mit SKA. «Es würde sich darum handeln, noch einmal darauf hinzuweisen, dass bei Anlass der Aktienemission im Jahre 1929 grosse Posten von Aktien in der Schweiz placiert worden sind und dass sich auf Grund Ihrer Kenntnis zahlreiche Aktien der IG Chemie in schweizerischem Besitz befinden.» (2) Entwurf eines Schreibens an PD geht 4.7.1944 an SKA und Notiz vom 10.7.1944, von Schweizer. Vieli habe bei Kohli sondiert und dieser habe befunden, das PD könne nur unter Namensnennung der beiden Banken intervenieren. «Es stellt sich somit für uns die Frage, ob wir das wagen wollen. Die Schweizerische Kreditanstalt hat die allergrössten Bedenken.» Eine weitere Notiz Schweizers vom 11. Juli bezieht sich auf Tel. mit Iselin, der seinerseits G. Keller von der SKA mobilisiert hat, um sich an Vieli zu wenden. Was tun? SBV will eigenen Namen auf gar keinen Fall genannt haben. So bleibt es denn auch.

25.7.1944, PD/AA an SBV und SKA. Würde die Bekanntgabe der Namen schweiz. Aktionäre sehr begrüssen. Es folgt eine bankeigene Enquete bei allen Filialen. Das filialweise aufgeführte und zusammengezogene Resultat zeigt insgesamt 2629 voll und 3006 halb einbezahlte Aktien, wovon 955 resp. 1673 in der Schweiz wohnenden Schweizern gehören. Lt. Notiz vom 10.8.1944 gibt SKA telefonisch die folgenden Zahlen bekannt, «unter der Voraussetzung, dass wir dies Herrn Dr. Felix Iselin nicht mitteilen». Insges. 1823 voll und 1583 halb einbezahlte Aktien, wovon 1695 resp. 1511 in der Schweiz wohnenden Schweizern gehören. Antwort des SBV an Iselin, 12.8.1944 (nicht abgesandt) stellt fest, «dass die Anzahl der in schweizerischem Besitz befindlichen Titel im Vergleich zu den ausgegebenen Aktien derart gering ist, dass unseres Erachtens eine Intervention, welche sich auf diese Ziffern stützt, wenig Aussicht auf Erfolg hätte. Auch die Umfrage bei der Schweiz Kreditanstalt hat, wie uns mitgeteilt wird, dasselbe Resultat gezeitigt.»

14.8.1944, Entwurf Antwort an PD, zuhanden SKA. Man sehe «aus prinzipiellen Erwägungen» keine Möglichkeit, Namen etc. von Aktionären bekannt zu geben, findet jedoch eine Interessenvertretung sollte auch ohne dies möglich sein. Vieli und Zurlinden, Antwort vom 15.8.1944. Haben grosse Bedenken, da die Antwort eigentlich indirekt die Mitteilung enthalte, dass es mit dem schweiz. Eigentum nicht so weit her sein könne. Lieber gar nicht antworten als so.

Von Interesse ist einzig noch die Kopie einer anonymen Zuschrift vom Juni 1946, an Bankhaus Ehinger & Co., von diesen an SBV weitergeleitet und von diesem an Iselin. (Kopie 1) Iselin, 27.6.1946, teilt mit, er habe das dem Papierkorb übergeben, und wundert sich, dass Ehinger & Co. ein solches Elaborat überhaupt weiterreichen; Sturzenegger habe den Brief der Staatsanwaltschaft übergeben. Ein weiteres, undatiertes, im Durchschlag beiliegendes anonymes Schreiben hat eine ähnliche Machart und lehnt sich stark an die Polemik im «Vorwärts» an. (Kopie 2)
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