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1940 - 1943
GLA Karlsruhe 237/28857 Lageberichte der Arbeitsämter zur Versorgung der badischen Wirtschaft mit Arbeitskräften
Information Independent Commission of Experts Switzerland-Second World War (ICE) (UEK)
Info UEK/CIE/ICE ( deutsch français italiano english):
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1.) Bericht des Arbeitsamtes Konstanz für die zweite Hälfte des Monats April 1940 (30.4.1940)

- "Die Maggi-Werke in Singen a.H. mussten 120 Frauen freistellen wegen Mangel an Rohstoffen (Fleisch, Fett, Erbsen, Linsen). Die freigestellten Kräfte konnten sofort in der Metallindustrie [25 Frauen bei GF] und ein kleiner Teil in der Landwirtschaft eingesetzt werden." (S. 2)

2.) Bericht des Arbeitsamtes Konstanz für die erste Hälfte des Monats Mai 1940 (15.5.1940)


- "Durch die jüngsten politischen Ereignisse wurde die Schweizergrenze geschlossen.  Dadurch sind im Arbeitsamtsbezirk Konstanz rund 350 deutsche Grenzgänger verhindert am bisherigen Arbeitsplatz in der Schweiz zu arbeiten. Sollte die Grenze längere Zeit geschlossen bleiben, dann werden diese Kräfte sofort im Reich eingesetzt." (S. 1)

- "Von der im Bezirk vorhandenen Grossindustrie, die grossenteils für den Wehrmachtsbedarf arbeitet, liegen zahlreiche unerledigte Aufträge vor. Die Fittingwerke in Singen mussten die Herstellung der "Fittings" gem. höherer Weisung um 70 % herabsetzen." (S. 2)

3.) Bericht des Arbeitsamtes Lörrach  für den Juli 1940 (30.7.1940)

- Den Lonza-Werken und der Aluminium GmbH Rheinfelden sind jeweils 100 französische Kriegsgefangene zugeteilt worden. (S. 1)

4.) Bericht des Arbeitsamtes Konstanz für den August 1940 (1.9.1940)

- "Frühere Grenzgänger, überwiegend Frauen, die hier in Arbeitsplätze eingewiesen wurden, haben vielfach das Bestreben an ihre früheren Arbeitsplätze in der Schweiz zurückzukehren. Zustimmungen werden nur in Sonderfällen erteilt oder wenn es sich um Filialbetriebe deutscher Firmen handelt." (S. 1)
5.) Bericht des Arbeitsamtes Lörrach  für den September 1940 (30.9.1940)

- Die Lonza-Werke erhielten 150 Arbeitskräfte, "nachdem mir durch unmittelbaren Anruf des Munitionsministers aus Berlin die ganz besondere Dringlichkeit der Fertigung für die Luftwaffe bestätigt wurde." (S. 2)

6.) Bericht des Arbeitsamtes Lörrach für den Oktober 1940 (31.10.1940)

- "Die Aluminium GmbH in Rheinfelden, die bereits 200 französische Kriegsgefangene beschäftigt, hat weitere 50 bekommen. Dieses Werk, das für Oktober, November und Dezember insgesamt 210 weitere Kräfte als Bedarf meldete, (...) hat gebeten, vorerst von einer weiteren Zuteilung von den in der 1km- Zone frei werdenden Kriegsgefangenen Abstand zu nehmen, da die Werksleitung einen bevorstehenden Sonderfrieden mit Frankreich vermutet, in welchem Falle mit einer plötzlichen Rückbeförderung der französischen Kriegsgefangenen gerechnet werden müsste." (S. 2)  

7.) Bericht des Arbeitsamtes Konstanz für den Oktober 1940 (2.11.1940)

- Die Maggi meldet einen "erhöhten Bedarf an männlichen Arbeitskräften, seien es Hilfsarbeiter oder gelernte Schlosser." (S. 2)

- Die Fa. Schiesser "arbeitet über 90 % mit Heeresaufträgen". (S. 2)

8.) Bericht des Arbeitsamtes Konstanz für den November 1940 (30.11.1940)

- Die Maggi ist von einem "empfindlichen Mangel an Arbeitskräften (...) betroffen". (S. 2)

- Die Fa. Schiesser klagt "über stockende bezw. knappe Materialbelieferung, die zum Teil durch Transportschwierigkeiten bedingt seien. Ausserdem macht sich bei der Firma Schiesser der Benzinmangel im Verkehr mit dem Hauptwerk in Radolfzell stark hemmend bemerkbar." (S. 2)

9.) Bericht des Arbeitsamtes Konstanz für den Dezember 1940 (31.12.1940)

- "Während des Berichtszeitraumes haben sich allgemein die Schwierigkeiten in der Arbeitseinsatzlage im Vergleich zum Vormonat verschärft. (...) Es war in vielen Fällen nicht möglich, bei Grossbetrieben die entstandenen Lücken wieder aufzufüllen. Die Deckung des Fehlbedarfs soll im Januar durch elsässische Arbeitskräfte erfolgen." (S. 1)

- "Die Firma Schiesser AG hat bereits einen Filialbetrieb im Elsass (St. Ludwig) eröffnet."
(S. 1)

10.) Bericht des Arbeitsamtes Konstanz für den August 1941 (1.9.1941)

- "Obwohl ein erheblicher Zugang an Kräften aus dem Elsass, aus Polen und aus Belgien, sowie von Kriegsgefangenen zu verzeichnen war, konnte den vorliegenden Kräfteanforderungen in keiner Weise voll entsprochen werden. Immerhin war dadurch die Möglichkeit gegeben, in den W-Betrieben (...) die allerdringensten Bedarfsfälle abzudecken." (S. 1)

- "Die im Juli-Bericht bereits erwähnte Bedarfsanforderung der Firma Maggi GmbH in Singen auf 200 Frauen für Gemüseputzarbeiten, konnte bis jetzt nur zu einem geringen Teil gedeckt werden. Für die Deckung des Bedarfs wird die Firma Antrag auf Landesausgleich stellen."
(S. 2)

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